|
Ich finde den ersten Absatz des ansonsten sehr kenntnisreichen und guten Artikels zu episch und schwärmerisch und schlage vor, das zu ändern.
Hallo, ich heiße Boris. Der Artikel hat auch "sachlich" einige ordentliche Schnitzer drin, d.h. falsche Behauptungen drin. Folgende Punkte stimmen mich bedenklich. Soll ich diese Punkte ändern ? Bin kein studierter Musiker. Bitte um eure Meinung ! 1. Satz - Mir ist nicht ganz klar, was der Autor hiermit meint: "...und endet nach einer heroisch eingefärbten absteigenden Streicher-Phrase in glücklich-befreindem Es-Dur. " Meint er die durchgehenden Achtel von Takt 95 - 110. Wenn dem so wäre, kann man das aber nicht als Phrase bezeichnen. Wenn ich auf "Phrase" klicke wird diese als "kurze, in einem Atemzug zu singende" Figur definiert. Man sollte dies eher als "Achtelfigur", und als dritten Teil der Exposition bezeichnen.
- Außerdem ist von Sechzehnteln die Rede, wo es Achtel sind: "...in glücklich-befreindem Es-Dur, unter Umkehrung der Melodik des ersten Themas (nach den drei Sechzehnteln folgt die „obere“ Tonika)." Damit ist wohl Takt 121 + 122 gemeint. - Dieses scheint mir falsch: "...bis mit dem „Oboenseufzer“ und der ihm folgenden Fermate der Übergang zur Reprise eingeleitet wird." Damit ist wohl Takt 268 gemeint. Meiner Meinung nach beginnt die Reprise aber mit Takt 248, womit der "Oboenseufzer" mitten in der Reprise liegt. - Das scheint mir falsch: "..der Übergang zur Reprise eingeleitet wird. Diese beginnt mit dem frohen Motiv des zweiten Themas,..". Die Reprise beginnt mit dem ersten Thema (wie meistens).
2.Satz - "Im Unterschied zum gebrochen absteigenden c-moll-Dreiklang des 1. Satzes (g-es-c) verheißt das aufsteigende punktierte Hauptmotiv es-as-c Ruhe und Optimismus." Dieser Satz sagt ja nur aus, das der erste Satz in c-Moll, der zweite in As-Dur steht, was bei einer Mollsysmphonie eigentlich üblich ist. Muss man eigentlich nicht erwähnen. - Diese Behauptung scheint mir falsch:"...nur zweimal wird die durchgehende sanfte mezzoforte-Dynamik von pompösen, die selbstgewisse, seinsvertrauende Heroik des Finales vorwegnehmenden fortissimo-Klängen (C-Dur) durchbrochen." Bei einem Blick in die partitur, kann von gleichbleibendem Mezzoforte eigentlich nicht die Rede sein. 3.Satz - "im leisestmöglichen pianissimo" und " im stärksten fortissimo" ?? Pianissimo heißt ja sehr leise, und Fortissimo sehr laut. Das ist "doppeltgemoppelt. - "...ein markig absteigender c-moll-„Dreiklang“ c-g-c beendet,..." Ein Dreiklang besteht aus drei Tönen, bei c-Moll(c-es-g). c-g-c ist nur ein Intervall !! 4.Satz - "..das Thema erklingt klar abgestuft, harmonisch „rein“ und nur im fortissimo." Nur Fortissimo stimmt nicht !! Es kommt f p pp etc. crescendo usw. vor. Hallo , nochmal Boris. Da der bisherige Artikel sehr schwärmerisch ausgefallen ist, und teilweise schlicht falsch ! ist, habe ich mich entschlossen, ihn gründlich umzuschreiben. Dabei soll der Schwerpunkt mehr auf einer sachlichen, formalen Analyse liegen. Das romantische Geschreibsel kann man nämlich immer noch auf jeder CD/LP-Rückseite lesen. Beim Setzen der Links bin ich noch nicht ganz fertig. Rechtschreibfehler sind wohl auch noch drin. Das wird in den nächsten 2-3 Tagen erledigt. Für Rückmeldungen und Kritik wäre ich dankbar !! Hallo Leute! Zwei kleine Dinge: im ersten Satz das Seitenthema erst in Es-Dur (Normalfall), dann, in der Reprise in C-Dur (nicht normal). Das verdient meiner Meinung nach mehr Beachtung. Eigentlich sollte es in c-Moll erscheinen, warum ist das nicht so? Dann: As-Dur im langsamen Satz - warum ist das nicht schulmäßig? Was wäre schulmäßig? Subdominanten sind da nicht ungewöhnlich, fast die Regel, und f-Moll passt nunmal nicht zur Idee für diesen Satz. Insofern As-Dur als Parallele des Regelfalls durchaus naheliegend. Ansonsten einer der weitestreichenden Artikel, was die Beschreibung von Sinfonien angeht. Lädt zum Mitmachen ein... --Königin der Nacht 18:30, 6. Jan 2005 (CET)
Hallo Boris. Das Problem mit Moll-Sinfonien ist u. a. genau dieses, dass das Thema des Seitensatzes ambivalent sein muss. Eigentlich. Damit es erst in der Parallele (Exposition) und dann in der Tonika (Reprise) funktioniert. Wenn Du die Gelegenheit dazu hast, spiel dir doch das 2. Thema mal in Moll vor, das geht nicht wirklich toll. Insofern ist diese Anomalie ein nicht unwesentlicher Verstoß gegen die Form. Und nicht zuletzt gibt es wegen eben dieser Schwierigkeiten vergleichsweise wenige Sinfonien/Sonaten in Moll, wobei gerade solche zu den "bedeutendsten" gehören. Ein interessanter Zusammenhang, finde ich. Die einzige Erklärung für die Freiheit Beethovens an diesem Punkt ist wahrscheinlich wirklich die absolut konträre Disposition des zweiten Themas zum Hauptthema, was den Gestus angeht. Also Moll für die Energie (um das Schicksal mal zu verschonen), Dur für Elegie. Zur Tonartenfolge der Sätze noch dies: im dritten Klavierkonzert (auch c-Moll) steht der zweite Satz sogar in E-Dur. Da ist As doch noch ein bisserl näher dran. Auch wenn beide Medianten sind (ab und zu verweise ich mal auf meine Artikel...). Bis demnächst mal. --Königin der Nacht 21:44, 6. Jan 2005 (CET)
|
© Geschi.de 2002 - Impressum