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 Tucholsky, Kurt

Kurt Tucholsky wurde am 9.1.1890 in Berlin als Sohn eines Kaufmanns geboren. Dort besuchte er das Gymnasium und studierte später Rechtswissenschaften. Nachdem er am 1. Weltkrieg teilgenommen hatte, arbeitete er für kurze Zeit in einer Bank. Danach arbeitete er als Literatur- und Theaterkritiker für die Berliner Zeitschrift Schaubühne (später in Die Weltbühne unbenannt). Er arbeitete unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, und Ignaz Wrobel. 1924 ging er als Auslandskorrespondent nach Paris, wo er das Pyrenäenbuch, 1927 schrieb. Bereits in den zwanziger Jahren hatte er einigen satirische, teils sarkastisch-ironische Essays, Kurzprosatexte und Gedichte, die an seine bissigen Vorbilder Georg Christoph Lichtenberg und Heinrich Heine erinnern, so z.B. Der Zeitsparer, 1914. Außerdem schrieb er auch heitere Romane, die sich schon bald großer Beliebtheit erfreuten, einige sind Rheinsberg, Ein Bilderbuch für Verliebte (1912)und Schloß Gripsholm (1931). Tucholsky persiflierte den Militarismus, die Korruption in der Justiz und die Parteilichkeit der Presse zu den oftmals anklagenden Schriften gehören Fromme Gesänge (1919), Träumereien an preußischen Kaminen (1920) und Das Lächeln der Mona Lisa (1929). Aber er macht sich auch über bürgerliche Vorstellungen, wie zum Beispiel über die glückliche Ehe, im Berliner Jargon lustig. „Die Ehe war zum jrößten Teile / vabrühte Milch un Langeweile / Und darum wird beim happy end / im Film jewöhnlich abjeblendt" Er schrieb auch Sketche und Chansons fürs Kabarett. Mit seinen Gedichten, Romanen und Polemiken avancierte er zu einem der bedeutendsten Kritiker der Weimarer Republik.
Zwischen 1920 und1922 war Tucholsky Mitglied der USPD und später dann der SPD. Ab 1929 lebte er dauerhaft in Schweden. Dort entstanden Lerne lachen ohne zu weinen (1931) und gemeinsam mit Walter Hasenclever schreib er das satirische Historiendrama Christoph Kolumbus oder die Entdeckung Amerikas (1932). 1933 fielen alle seine Bücher der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten zum Opfer; er selbst wurde aus Deutschland ausgebürgert und verfremdet. Er war über die politische Entwicklung seiner Heimat so enttäuscht, dass er sich am 21. Dezember 1935 in Hindas bei Göteborg das Leben nahm.

Seine Sprache war geistreich und geschliffen, manchmal aber auch schnodderig oder von gewollter ätzender Schärfe. Nicht zu Unrecht wird sein Stil mit dem Heines verglichen.

Polemiken: ein oft persönlicher Angriff auf jemanden oder etwas (z.B. im Rahmen einer politischen oder wirtschaftlichen Auseinandersetzung) mit nicht sachlichen Argumenten

Essay: knappe Abhandlung oder kurzer, anspruchsvoller Aufsatz über literarische, wissenschaftliche oder philosophische Themen; spiegelt die subjektive Meinung des Autors wieder

Prosa: ist die geschriebene Sprache (außer in Versen und Reimen); nüchtern, alltäglicher Stil; Sachlichkeit

 

 

 

Autor: Astrid Mueller  |  Quelle: www.geschi.de

 




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