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Jossif Wissarrionowitsch Dschugaschwili |
Josef
Wissarionowitsch Dschugaschwili wird am 21. Dezember 1879
in Gori, in der Nähe von Tiflis (Georgien), als Sohn eines alkoholabhängigen
Schusters geboren. Als Kind leidet Josef an Pocken, was dazu führt, dass sein
Gesicht zeitlebens entstellt ist, außerdem ist das Wachstum seines linken Arms
durch eine Blutvergiftung stark beeinträchtigt. Sein Vater stirbt, als Josef
elf Jahre als ist. Im Alter von 15 Jahren wird er in ein Tifliser
Priesterseminar geschickt, wo er sich am Anfang als hervorragender Schüler
auszeichnet. Er trägt den Spitznamen Koba („der Unbeugsame").
Ab 1898
beginnt er sich politisch zu engagieren. Er tritt der politischen Gruppe „Dritter
Stand" bei, widmet sich der sozialdemokratischen Propaganda und wird
deshalb vom Priesterseminar verwiesen. Er verbringt die Zeit mit der
Organisation von Demonstrationen. Nachdem er Probleme mit der Polizei hat, geht
er in den Untergrund, wo er beginnt, illegale Propaganda zu verbreiten. Er
arbeitet bei einer verbotenen Zeitung, setzt sich für Massendemonstrationen und
Revolutionen ein. 1902
wird er bei einer Demonstration verhaftet und muss für 1½ Jahre ins
Gefängnis. Koba ist als Journalist tätig und versucht sich als politischer
Agitator. Im Jahr 1905
begegnet er erstmals Lenin auf einem Parteikongress der Bolschewiki in Finnland
und ist anfänglich vom „Großen Lenin" enttäuscht. Koba kümmert sich
um die Beschaffung von Geldern für die Bolschewistische Kasse, was jedoch bald
von Lenin verurteilt wird. Er wird von der Bolschewistischen Partei wegen eines
Raubüberfalls ausgeschlossen, gefangengenommen und verbringt ein Jahr in Haft,
ehe er flieht. Zurück in Baku nimmt er wieder die Arbeit für die Partei auf. 1910
wird er wieder verhaftet und für ein Jahr verbannt. Währen dieser Zeit
äußert er in einem Brief an die Moskauer Bolschewiki den Wunsch, ins ZK der
Bolschewiki berufen zu werden. Er flieht aus der Verbannung, wird erneut gefasst
und wieder verbannt, doch abermals gelingt ihm die Flucht. Ab 1913
nimmt er den Namen Stalin an. Nach einem Aufenthalt in Wien wird er wieder
verhaftet und für zwei Jahre verbannt. Als er danach (1916)
zur Armee kommt, wird er wegen seiner verkrüppelten Hand vom Dienst befreit.
Nach dem Ausbruch der Revolution (1917)
übernimmt Stalin die Redaktionsleitung der „Prawda". Im April 1917
wird er ins ZK der Bolschewiki gewählt uns schließt sich den Ideen Lenins
völlig an. Nach anfänglicher Auflehnung gegen Trotzki, rühmt er dessen
Leistungen, aber wenig später kommt es zu einer neuerlichen Kritik an ihm. Im
Jahr 1922,
kurz vor Lenins erstem Schlaganfall, wird Stalin zum Generalsekretär der Partei
gewählt. In seinem Testament empfiehlt Lenin jedoch die Absetzung Stalins, und
es kommt zu einem Kampf um die Nachfolge Lenins. Nach dessen Tod (21. Januar 1924)
und der Testamentverlesung erklärt sich Stalin bereit, sämtliche Ämter
niederzulegen, wird aber von seinen Parteigenossen „verpflichtet"
weiterzuarbeiten. Stalins Kritik an Trotzki wird immer stärker und gipfelt im Ausschluss
Trotzkis und anderer Parteimitgliedern aus der Partei.
Kommunismus-Verherrlichung kennzeichnen Stalins Reden, in denen er immer wieder
von einer „Krise des Kapitalismus" spricht und die Sozialdemokraten als
Todfeinde des sowjetischen Proletariats sieht. Ab 1929
vertritt er die Idee einer totalitären Diktatur mit starkem Personenkult und
eine macht- und gewaltorientierte Innen- und Außenpolitik. Trotz scharfer
Verurteilung des Faschismus in Deutschland und Italien, möchte er doch eine
gute Beziehung mit diesen Ländern aufbauen. Im Zuge der Säuberungsaktionen (Tschistka),
die er in Partei und Armee durchführen lässt, werden viele Politiker und die
meisten Generäle exekutiert. Im August 1939
unterzeichnet er einen Nichtangriffspakt mit Deutschland, bei dem auch
(natürlich geheim) die Aufteilung Polens geregelt wird. Am 21. August 1940
wird Trotzki ermordet. Zehn Monate später fallen deutsche Truppen in die
Sowjetunion ein. Stalin befiehlt die völlige Vernichtung der deutschen Armee.
Es kommt zu einer intensiven Zusammenarbeit mit Churchill. Im Winter 42/43
fällt die VI. deutsche Armee bei Stalingrad. Mit zahlreichen Aufrufen befiehlt
Stalin sämtliches Leid, das Sowjetbürgern angetan wurde, erbarmungslos zu
rächen. Ab 1943
kommt es zwischen den Alliierten zu einer schweren Krise. Im Februar 1945,
bei der Konferenz von Jalta, erklärt Stalin Japan offiziell den Krieg; es kommt
zu einer provisorischen Aufteilung der Kriegsgebiete. Die langjährigen guten
Beziehungen mit England enden abrupt, als Stalin Churchill als
Kriegsbrandstifter bezeichnet. In der Nachkriegszeit wird der Ost-West-Konflikt
immer deutlicher. Stalins Hass richtet sich gegen die USA, gegen England, gegen
die UNO, etc. Am 5. März 1953
stirbt Stalin. Unter seinem Nachfolger Chruschtschow kommt es zur „Entstalinisierung",
also den Abbau der terroristischen Elemente und des Personenkults; dies endet
mit der völligen Zerschlagung des Stalin-Kults.
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