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| Renaissance,
Humanismus (ca. 15./16. Jahrhundert) |
Neuerungen:
- Entdeckungen (Amerikas)
- Aufgreifen antiker Kunststile
- antike Schriften und Sprachen
- Buchdruck
- Reformation, Spaltung der Kirche
- neues Weltbild (hetozentrisch)
- "Frühkapitalismus"
Menschenbild des Humanismus:
Der Humanismus leitet sein Menschenbild aus antiken Schriften ab. Er betrachtet
den Menschen, anders als die Kirche, als unabhängiges Individuum . Die Kirche
sieht den Menschen jedoch als abhängig von Gott und ihr selbst. Aufgrund dieser
Meinungsunterschiede ist der Humanismus jedoch strikter Gegner der Kirche.
- Lösung aus kirchlich- religiösen
Bindungen
- Mensch als Zentrum allen Geschehens
- Mensch als Individuum
- Freiheit in der Entwicklung der
Persönlichkeit
- polit. Aktivität
Christoph Kolumbus und seine
Entdeckungsfahrten
Im Jahre 1451 wurde Cristoforo Colombo (später bekannt als Christoph Kolumbus),
der Sohn eines Wollwebers, in Genua geboren. Genua war zu dieser Zeit eine
reiche Handelsstadt. Er erlernte schon sehr früh den Beruf seines Vaters, las
gerne Berichte über ferne Länder und fuhr bereits mit 14 Jahren zur See. Man
vermutet, dass Kolumbus den Handel mit Wolle und den Verkauf der fertigen Stoffe
über den Seeweg für seinen Vater abwickelte. Auf diesen Fahrten, die ihn nach
Griechenland und in den Golf von Tunis führten, erlangte Kolumbus seine ersten
seemännischen Fähigkeiten. Bei einer Handelsexpedition, die Kolumbus nach
England bringen sollte, wurde diese von einer französischen Korsarenflotte
angegriffen. Nach erbitterten Kämpfen gelangte Kolumbus als Schiffbrüchiger an
die Küste von Lagos und ging von dort aus das erste Mal zur portugiesischen
Hauptstadt Lissabon.
Kolumbus verließ Lissabon auf einem englischen Schiff, das nach Irland fuhr und
beschloss bei seiner Rückkehr, seinen Wohnsitz nach Lissabon zu verlegen. Die
portugiesische Hauptstadt war zu dieser Zeit die größte Seemacht der Welt, und
viele Kaufleute hatten sich hier angesiedelt, um Handel zu treiben. 1479
heiratete Kolumbus Felipa Moniz Perestrello, die ihn in den Adel einführte. Das
Paar siedelte vorübergehend nach Porto Santo um, wo Kolumbus' erster Sohn Diego
geboren wurde.
Der portugiesische König Johann I. hatte beschlossen, die afrikanische Küste
für den europäischen Handel zu erschließen, und sein Sohn Heinrich der
Seefahrer wollte einen sicheren Handelsweg entlang der Küste Afrikas nach
Indien und China finden. Es entstand ein immer größerer Handel. Viele
Angehörige des herrschenden Adels begehrten Kostbarkeiten wie Gewürze,
Duftstoffe und Textilien, die jedoch aus Indien kamen. Aber auch die Suche nach
Gold war in den Königshäusern von größter Bedeutung. Zu dieser Zeit wurde
der Handel, wie seit Jahrhunderten schon, über die Seidenstraße,
hauptsächlich über Land also, abgewickelt. Diese Strecke war jedoch
gefährlich, und die Waren verteuerten sich durch den Zwischenhandel und die
Eroberung von Konstantinopel durch die Türken. Es entstand der Wunsch der
Handelshäuser, einen möglichst direkten Weg in den Fernen Osten zu finden, um
einen sicheren und günstigen Warenaustausch zu ermöglichen. Die Portugiesen,
die ja seit einiger Zeit schon mit Gold, Gewürzen und Sklaven Handel trieben,
erkundeten auch weiter den Weg Richtung Indien.
Kolumbus verfolgte diese Reisebeschreibungen und die Berichte der Gelehrten sehr
genau. Auch sein Bruder Bartolomeo Colombo war inzwischen nach Lissabon gezogen,
um dort ein Geschäft als Kartenzeichner zu eröffnen. Kolumbus selbst setzte
seine Handelsreisen nach England und Irland fort. Auf diesen Fahrten meinte er
fremdländische Leute gesehen zu haben, die nach seiner Meinung nur aus Indien
stammen konnten. Nachdem in Kolumbus die Vorstellung gereift war, dass man, nach
Westen segelnd, direkt in jene wunderbaren Reiche im Osten gelangen könne,
versuchte er, seine Ansicht durch Wissenschaftler zu bestätigen. Er wandte sich
an den Florenzer Wissenschaftler Paolo del Pozzo Toscanelli, der ihm seine
Vermutungen bestätigte, dass im Osten Land wäre, was auch nicht allzu weit
entfernt sein könne.
Im Jahre 1484 empfing der portugiesische König Johann II. Kolumbus, der so dem
König seinen Plan einer Westreise zur Entdeckung von Indien vorlegen konnte.
Nachdem der König die Unterlagen durch seine Gelehrten hatte prüfen lassen,
lehnte er Kolumbus' Plan als leeres Gerede und Geschwätz ab.
Kolumbus verließ Lissabon und erreichte den spanischen Hafen Palos. Er
versuchte weiter, Geld für sein Vorhaben aufzutreiben. Durch befreundete Pater
und Grafen wurde er an das spanische Königshaus geladen. Dort versuchte er, das
spanische Königspaar für seine Forschungsreise zu gewinnen. Doch da sich
Spanien zu dieser Zeit im Krieg befand, musste auch das spanische Königshaus
seine Wünsche erst einmal ablehnen.
Nach langer Zeit des Wartens durfte Kolumbus doch noch einmal mit dem
Königspaar von Spanien über seine Reise verhandeln. Er stellte seine
Forderungen, wie z.B. ihm den Adelstitel "Don" zu verleihen, den Rang
eines Admirals und eine hohe Gewinnbeteiligung aller Einkünfte in dem Land,
welches er entdecken wollte. Der König war über so hohe Forderungen entsetzt.
Doch als durch die Übergabe Grenadas 1492 die Lösung des spanisch-maurischen
Konfliktes erreicht war, stimmte das die Königsfamilie zugunsten von Kolumbus
um.
Am 17. April 1492 billigte das Königshaus die Finanzierung des Unternehmens und
alle Forderungen von Kolumbus. Man stattete ihn mit Beglaubigungsschreiben und
Schriftstücken aus, die ihm zu Schiffen, Verpflegung und Mannschaften verhelfen
sollten. In Palos wurden Kriminelle und Strauchdiebe, denen man Straffreiheit
versprach, als Mannschaft angeheuert. Aber auch wagemutige und draufgängerische
Privatleute, die sich einen hohen Gewinn von der Reise versprachen, konnten
angeworben werden.
Als Flaggschiff charterte Kolumbus die Karavelle "Santa Maria".
Zusätzlich wurden ihm die beiden Schiffe "Pinta" und "Nina"
zur Verfügung gestellt. Nachdem die 90-köpfige Mannschaft, die Verpflegung und
die Schiffe richtig ausgestattet waren, lichtete die kleine Flotte am 3. August
1492 die Anker und verließ den Hafen von Palos.
Das Ziel der drei Schiffe waren zunächst die Kanarischen Inseln, um die
Seetüchtigkeit der Schiffe zu prüfen und dort nochmals frische Vorräte
aufzufüllen. Bei der Überfahrt sprang bei der "Pinta" das
Steuerruder aus der Halterung. Die Reparatur der "Pinta" und die
Erneuerung der Takelage der "Nina" dauerten einen Monat. Kolumbus
stach mit seiner Flotte am 6. September 1492 in See. Als das Land außer Sicht
der Mannschaft kam, begann diese, aus Angst vor dem Ungewissen unruhig zu
werden. Doch der Admiral sprach ihnen Trost zu, und bei gutem Wetter und
gleichbleibendem Wind kamen sie gut voran. Als die Flotte immer weiter nach
Westen vordrang, begannen die Männer, sich zu beklagen. Seit vier Wochen waren
sie nun auf See, und die Stimmung sank von Tag zu Tag. Das Auftauchen von
Seevögeln und im Wasser treibendem Holz deutete schließlich auf Land ganz in
der Nähe. Kolumbus ließ die Schiffe auch in der Nacht unter vollen Segeln
fahren. Er erinnerte seine Mannschaft an das Versprechen des Königs,
demjenigen, der das erste Mal Land sah, eine jährliche Rente von 10.000,--
Maravedis zu zahlen.
Am 12. Oktober 1492 gegen 2.00 Uhr morgens wurde von der "Pinta" ein
Kanonenschuß abgegeben, der die Nachricht verbreiten sollte, dass Land in Sicht
sei. Kolumbus ließ die Segel streichen und wartete auf den Sonnenaufgang. In
seinem Logbuch notierte er, dass er selbst derjenige gewesen sei, der zuerst das
Land gesichtet habe. Er offenbarte in diesem Fall ein so egoistisches Verhalten,
dass er jenem Matrosen der "Pinta" das Recht auf die Belohnung
aberkannte und für sich selbst in Anspruch nahm.
Am Morgen des 12. Oktober ging der Admiral an Land, setzte die königliche Fahne
und nahm unter Zeugen das Land offiziell für Spanien in Besitz.
Kolumbus hatte die Insel San Salvador, von den Eingeborenen Guanahani genannt,
erreicht. Die Inselbewohner, es waren Tainos, traten neugierig näher, und der
Admiral, der sich in der Nähe Indiens glaubte, schrieb in sein Logbuch:
"Die Indianer sind freundlich. Ich glaube, dass sie leicht zum Christentum
übertreten können. Ihr Land ist zauberhaft, doch wo ist das Gold, und wo ist
der Großkhan?"
Er verständigte sich durch Gesten mit den Eingeborenen und erfuhr, dass es noch
weiteres Land in der Nähe gab. Deshalb fuhr er bereits zwei Tage später
weiter. Die drei Segelschiffe entdeckten noch weitere kleinere Inseln, bevor sie
Kuba erreichten. Kolumbus taufte diese Insel zu Ehren des Thronerben von
Kastillien und Aragon auf den Namen "Juana".
Sein wichtigstes Ziel bestand darin, die von Marco Polo beschriebenen Schätze
Chinas zu finden, die seinem Rang als Vizekönig Indiens erst das nötige
Gewicht verleihen würden. Er erkundete das Inland von Kuba und begann mit den
Indianern Tauschgeschäfte. Sie tauschten die aus Gold hergestellten kleinen
Schmuckstücke gegen die von den Spaniern mitgebrachten Glasperlen und kleinen
Bronzeglöckchen. Der gesamte weitere Verlauf der ersten Amerikafahrt war durch
die Suche nach Gold bestimmt.
Der Kapitän der "Pinta" widersetzte sich den Befehlen Kolumbus' und
ging selbständig auf weitere Erkundungsfahrten. Die "Santa Maria" und
die "Nina" segelten nun alleine weiter, immer noch in der Hoffnung,
auf große Goldvorkommen zu stoßen. Kolumbus begann, Pläne für die
Kolonialisierung zu entwickeln und landete auf Hispaniola, dem heutigen Haiti.
Im Kontakt mit der Bevölkerung dieser Insel stellte sich schnell heraus, dass
sie mehr Gold besaßen, als dies auf den anderen Inseln der Fall gewesen war.
Kolumbus folgte einer Einladung, das Weihnachtsfest gemeinsam mit den Indianern
zu feiern, als sein Schiff, die "Santa Maria", auf eine Sandbank lief
und trotz Gewichtsverminderung und Hilfe der Indianer nicht mehr freizubekommen
war. Kolumbus ließ alle Waren auf die "Nina" umladen. Aus dem Wrack
der "Santa Maria" ließ er die erste Siedlung mit dem Namen
"Villa de la Navidad" bauen. Die Gastfreundschaft der Eingeborenen mit
dem Namen Guacanagaris ging soweit, dass Kolumbus immer neue Goldgeschenke
überreicht bekam.
Zu Beginn des neuen Jahres konnte die "Nina" endlich die Heimreise
antreten. In LaNavidad wurden etwa 40 Männer zurückgelassen. Unter ihnen waren
angesehene Kaufleute, aber auch Handwerker, die für den Aufbau einer Siedlung
wichtig waren. Nachdem die "Nina" mit dem nötigen Proviant
ausgestattet war, und auch die "Pinta" wieder zurückgekehrt war,
stach der Admiral am 4. Januar 1493 in See.
Vor ihrer Abreise hatte es noch einen unschönen Vorfall gegeben. Einige
Indianer waren gekommen und hatten die Besatzung der Schiffe angegriffen, doch
die Matrosen konnten sie in die Flucht schlagen. Kolumbus war froh, dass die
Inselbewohner von den Christen eingeschüchtert wurden.
Am 16. Januar begann die Rückreise. Der Admiral wählte einen Kurs nördlich
der Passatwindzone. Bis zum 12. Februar, als sie sich südlich der Azoren
befanden, war das Meer ruhig. Doch dann ging ein heftiger Sturmwind los, der die
beiden Schiffe trennen sollte. Alles schien verloren. Kolumbus schrieb in aller
Eile das Wichtigste über seine Entdeckungsfahrt auf, verstaute die Papiere in
einem Fass und warf dieses über Bord. Am Abend des 15. Februar 1493 begann der
Sturm, sich zu legen, und bald darauf konnte die "Nina" auf einer
Azoreninsel vor Anker gehen. Ein Teil der Besatzung wurde gleich an Land von den
Potugiesen gefangen genommen. Kolumbus berief sich auf seinen Rang als Admiral
und Vizekönig der Indischen Lande und schaffte es, seine Leute wieder
freizubekommen.
Am 24. Februar konnte die Heimreise fortgesetzt werden. Die "Nina"
geriet nochmals in ein schreckliches Unwetter und war gezwungen, am 4. März im
Hafen von Lissabon Schutz zu suchen.
Nach einer Audienz beim portugiesischem König durfte Kolumbus die letzte
Etappe, den Hafen von Palos ansteuern. Am 15. März, nur einige Stunden vor der
"Pinta", legte Kolumbus im Hafen von Palos an.
Man überreichte Kolumbus eine Einladung des Königpaares. Mit einem
farbenprächtigen Zug aus Indianern, Matrosen mit fremdländischen Pflanzen,
Papageien und Gold reiste Kolumbus nach Barcelona. Es wurde ihm ein feierlicher
Empfang bereitet. Kolumbus erhielt einen Adelstitel, war jetzt auch offiziell
der Vizekönig und Gouverneur der Inseln und schon bald bat man ihn, eine zweite
Reise vorzubereiten.
Er sollte seine Entdeckungen fortsetzen, Hispaniola kolonisieren und die
Indianer zum Christentum bekehren.
Die neue Flotte bestand aus 17 Schiffen, einschließlich der "Nina".
Kolumbus wählte auch einige Schiffe, die für küstennahes Segeln geeignet
waren. Die Mannschaft bestand diesmal aus 1200 Mann.
Nur 28 Wochen nach seiner Rückkehr nach Palos, lichteten die 17 Schiffe in der
Bucht von Cadiz die Anker.
Kolumbus zweite Fahrt verlief schnell und ohne größere Vorkommnisse. Auf den
Kanarischen Inseln nahmen sie noch Schweine, Schafe, Pferde und Saatgut für die
neuen Kolonien an Bord. Dank des starken Windes war die Flotte bereits nach 21
Tagen am Ziel ihrer Reise. Sie entdeckten Guadelupe und andere kleinere Inseln.
Dabei lernten sie auch feindlich gesinnte Inselbewohner kennen, deren Bräuche
sie erschreckten und abstießen. So überfielen sich einige Stämme der Kariben
gegenseitig, um die Gefangenen zu schlachten und zu essen. Auch wurden Matrosen,
die an Land neues Süßwasser laden sollten, von diesen Kannibalen angegriffen.
Es war der erste richtige Kampf in der Neuen Welt, und die Spanier waren
erschreckt über die Feindseligkeit, die ihnen hier entgegenschlug.
Kolumbus entdeckte noch einige Inseln, bevor er endlich La Navidad ansteuerte.
Doch zu seinem Schrecken war das Fort niedergebrannt worden, und alle Bewohner
waren tot. Untersuchungen ergaben, dass den Siedlern das ungewohnte Klima nicht
bekam, die Siedler untereinander Streit bekamen und auch von Indianern
angegriffen wurden. Kolumbus hielt sich nicht lange in La Navidad auf. Er
beerdigte die Toten und setzte seine Suche nach den Goldminen fort.
Durch schlechtes Wetter und unzählige Riffe, die vor den Inseln im Meer
versteckt lauerten, war die Flotte gezwungen, in einer schlecht geschützten
Bucht zu ankern. Kolumbus gründete dort am 2. Januar 1494 das Fort Isabella.
Der Vizekönig ordnete den Bau von 100 Häusern an, und in einer Behelfskapelle
wurde die HeiligeMesse gelesen. Er schickte Suchtrupps los, die Insel zu
erkunden und nach Gold zu suchen. Am 12. März machte sich Kolumbus mit 500 Mann
selbst auf den Weg. Er überquerte das Küstengebirge und baute zwischen zwei
Flüssen das nächste Fort mit dem Namen St. Thomas. Hier fanden die Spanier
endlich das ersehnte Gold. Kolumbus ging nach La Isabella zurück, belud drei
Schiffe mit Proviant und setzte seine Suche nach den sagenhaften Goldschätzen
von Asien fort. Er war immer noch der festen Überzeugung, dass er die indische
Halbinsel sichten würde. Doch entdeckte er nur zwei weitere Inseln, Jamaika und
Kuba. Da Kuba einen so langen Küstenstreifen hatte, ging Kolumbus davon aus, dass
er nun endgültig asiatisches Festland betreten hatte. Er ließ seinen Notar
Perez de Luna eine Urkunde aufsetzen, die besagte, dass sich ihr Schiff am Ufer
des asiatischen Kontinents befand. Jeder der an Bord Anwesenden musste darauf
einen Eid ablegen, sonst wurden ihm hohe Strafen angedroht.
Fünf Monate später, am 29. September 1494 kehrten die drei Karavellen nach
LaIsabella zurück.
Wegen seiner Abwesenheit hatte Kolumbus seinen Bruder Diego zum Herrscher über
La Isabella ernannt. Auch seinen anderen Bruder Bartolomeo hob er eigenmächtig
in das Amt des Provinzgouverneurs. Dieses Amt hätte jedoch nur vom König
selbst vergeben werden dürfen.
Als Kolumbus nun von seiner Entdeckungsreise von Jamaika und Kuba zurückkam, musste
er feststellen, dass die Kolonisierung recht schlecht verlaufen war.
Lebensmittelknappheit, Anpassungsschwierigkeiten an das Klima, Krankheiten und
Grausamkeiten gegen die Indianer - dies waren die Probleme, die nun auf ihn
zukamen. Er übernahm selbst sein Amt als Vizekönig und Gouverneur in La
Isabella, doch hatte er als Herrscher wenig Erfolg. Um die Ordnung auf
Hispaniola wieder herzustellen, war er gezwungen, die Todesstrafe einzuführen.
Er versuchte vergeblich, den Indianern das Christentum nahe zu bringen und ging
dabei mit immer größer werdender Härte vor.
Anstelle von Gold schickte Kolumbus etwa 1500 Indianer zum Sklavenhandel nach
Spanien. Die verbleibenden Kariben, die sich nach harten Kämpfen geschlagen
geben mussten, sollten in Zukunft alle drei Monate eine bestimmte Menge Gold
abliefern. Von dem Gold kam in Spanien nur ein geringer Teil an. Hauptsächlich
bereicherten sich die neuen Kolonisten daran.
Im Oktober 1495 traf Juan Aguado als Sonderbeauftragter des Königs ein, um
gegen den Vizekönig zu ermitteln. Er befragte die kranken, enttäuschten und
unzufriedenen Spanier. Kolumbus fühlte sich in seiner Ehre verletzt und beschloss,
nach Spanien zurückzukehren, um vor dem König persönlich Rechenschaft
abzulegen.
Am 11. Juni 1496 kehrte der verbitterte Admiral, begleitet von einigen
Indianern, wenig Gold und Siedlern, die aufgegeben hatten, nach Spanien zurück.
Der König von Spanien hatte trotz der Vorwürfe das Vertrauen zu Kolumbus nicht
verloren. Er bestätigte die Ernennung des Bruders zum Provinzgouverneur und
ließ eine weitere Reise vorbereiten.
Am 30. Mai 1498 begab sich Kolumbus auf seine dritte Reise, die ihn an das
südamerikanische Festland führte. Er entdeckte die Lagunen des Orinoco-Deltas,
Indianer anderer Kulturen, Perlen, Mangrovensümpfe und fremde Inseln. Im
August, während Kolumbus sich auf dem Weg von Venezuela nach Hispaniola befand,
gründete sein Bruder Bartolomeo die Stadt Santo Domingo. Er hatte in der Nähe
neue Goldminen gefunden.
Kolumbus hoffte nach den Anstrengungen der letzten Reise, dass er sich ausruhen
und Frieden unter seinen Leuten finden könnte. Doch die Insel hatte sich
zwischen den Anhängern der Familie Colombo im Süden und den aufständischen
Siedlern, die von Francisco Roldan noch aufgestachelt wurden, im Westen
gespalten. Es herrschten chaotische Zustände. Die Indianer wurden zur Arbeit
getrieben, während die spanische Siedler sich gegen die Regierung auflehnten
und sich sonst dem Müßiggang hingaben. Diese spanischen Siedler beschimpften
die Familie von Kolumbus als Ausländer und beschwerten sich beim König von
Spanien über die Herrschaft des Vizekönigs.
Das spanische Herrscherpaar sah sich gezwungen, einen neuen Gouverneur nach
Hispaniola zu schicken, um die Vorwürfe gegen Kolumbus zu untersuchen. Der neue
Gouverneur, Francicsco de Bobadilla, erreichte am 24. August 1500 Santo Domingo.
Direkt am Hafen sah er einen Galgen stehen, an dem die Leichen zweier Spanier
baumelten. Bobadilla war entsetzt. Er ließ die drei Brüder Colombo verhaften
und schickte sie nach kurzen Befragungen der Siedler in Ketten nach Spanien
zurück.
Kolumbus und seine beiden Brüder wurden am 17. Dezember 1500 vom spanischen
Königspaar empfangen. Man nahm ihnen die Ketten ab, versprach ihnen
Gerechtigkeit und die Beibehaltung ihrer Titel. Außerdem durften sie weiter
ihre Einkünfte aus den Handelsgeschäften beziehen. Kolumbus ging an das
Franziskanerkloster nach Granada.
Der Admiral sollte noch eine weitere Forschungsreise im Namen des Königs
unternehmen. Jedoch verbot man ihm, die Häfen von Hispaniola anzulaufen, da der
König Unruhen befürchtete. Auf dieser Reise erforschte Kolumbus Mittelamerika.
Nach weiteren Schicksalsschlägen und einem Jahr Zwangsaufenthalt auf Jamaika
kehrte er nach Spanien zurück. Am 20. Mai 1506 starb Kolumbus in Valladolid.
Quellen:
Entdecken und Verstehen, Cornelsen Verlag/ Was ist Was, Band 5 - Entdecker und
ihre Reisen, Tessloff Verlag/Kolumbus,Lorenzo Camusso ,Moewig Verlag/Christph
Kolumbus ,Andreas Venzke,rororo/Den Osten im Westen suchen,Ernst
Nöstlinger,Beltz & Gelberg
(auszugsweise übernommen)
Zusammenfassung -2-
Kulturberührung:
(Meinung der Europäer über sich /
über die Indianer)
- Europäer sehen sich als
"Herrenrasse", alle Abweichungen sind "Abarten"
- keine Geduld für das
Kulturverständnis
- kulturelles Unverständnis führt zu
militärischem Druck der Europäer den Indianern gegenüber
- Europäer bezeichnen sich als
"Schöpferrasse", ohne den damit verbundenen Verantwortlichkeiten
gerecht zu werden
- Europäer hauen Indianer übers Ohr
(nachher die Indianer auch die Europäer ..)
Lohn/Preisentwicklung:
Generell ist zu sagen, dass die Tendenz der Kaufkraft der Leute stetig fällt.
Dies ist bedingt durch fallende Löhne, verursacht durch Sklavenarbeiten. Diese
Sklavenarbeiten waren sehr billig, so dass immer seltener auf ausgebildete
Kräfte zurückgegriffen wurde.
Bei den Kurven Preise/ Edelmetalleinfuhr ist auf den ersten Blick besonders
auffällig, dass erst trotz steigenden Einfuhrraten auch die Preise mitsteigen.
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