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 Reformation

Glaubenskampf zur Zeit der ReformationNach den Bauernkriegen schlossen sich kath. Fürsten und Städte zusammen. Sie wollten eine strenge Durchführung des Wormser Edikts und gründeten Bündnisse. Auf der Gegenseite schlossen sich Grafen und Fürsten zu Gegenbündnissen zusammen. Alle großen Städte wurden nun reformiert, da es Unruhe gab. Es wurden neue Kirchenordnungen geschaffen, die die Bürger halbwegs bestimmten. Durch diese Ordnungen wurde die städtische Obrigkeit gestärkt, da sie aus den Kirchenordnungen Zuchtordnungen machte und kein Bischof konnte sich mehr in ihre Angelegenheiten einmischen. Dieses Vorgehen der Städte war aber nicht ungefährlich, da man sich über den Wormser Edikt drüber hinweg setzte. Auf dem Reichstag in Speyer (1526) versuchten die Reichsstände einen Kompromiss zu erzielen, obwohl der Kaiser (aus Spanien) mahnte die Regelungen von 1521 einzuhalten, bis ein Allgemeines Konzil Neuregelungen beschließt. Man vereinbarte bis zum Konzil so zu leben wie man selbst es für richtig hält. Bei den Landesfürsten ging die Reformation nicht so schnell voran. Den Anfang machten Preußen, Sachsen und Hessen. Der Pfarrer wurde aber nirgendwo frei gewählt. An der Spitze der Kirche stand der Landesherr, der erst nur als Notbischof vorgesehen war. Dieses brachte ihm mehr Macht. Auf dem 2. Reichstag zu Speyer (1529) zeigte sich aber, dass die ev. Fürsten eine kleine Minderheit bildeten. Sie protestierten gegen den Wormser Edikt (Protestanten). 1530 erschien erstmals wieder Kaiser Karl auf dem Reichstag. Die Protestanten legten ihm eine Bekenntnisschrift vor. In ihr fand man 21 Artikel des Glaubens, Abschaffung von Missbräuchen und Änderungen im Abendmahl, Messe, Beichte und Priesterehe (ohne Papst). Die kath. legten eine Widerlegung vor. Die Mehrheit kam den Evangelisten nicht entgegen. Deshalb gründeten die protestantischen Stände ein Schutzbündnis in Schmalkalden.
Im Augsburger Religionsfrieden wurden nur die lutherischen Protestanten anerkannt. Andere radikale Veränderer versuchten durch Gewalt und vollständiger Entfernung der Altäre, Bilder usw. ihr gottgefälliges Leben einrichten. Als die Bauernaufstände niedergeschlagen waren, bekamen die Täufer großen Zulauf. Diese Wiedertäufer erkannten nur die Erwachsenentaufe an, verweigerten Kriegsdienst, Eidesleistungen und entzogen sich jedem Herrschaftsanspruch. Deshalb wurden sie verfolgt und hingerichtet. 1534 gab es aber einmal ein Täuffereich in Münster. Man führte Vielehe und Gütergemeinschaft ein. Andersdenkende wurden ausgewiesen oder hingerichtet. Als die Stadt eingenommen wurde drohte ihn ein blutiges Strafgericht. Ausgangspunkt der Täuferbewegung war Zürich. Da sie hier zur Flucht gezwungen wurden breiteten sie sich weit aus, wurden aber überall verfolgt. In Zürich wirkte zu der Zeit der Reformator Zwingli. Er vertrat in der Abendmahlslehre und in der Bilderfrage eine völlig andere Ansicht als Luther. Außerdem wollte er die Politik demokratisch mitgestalten. Viele Städte wurden reformiert. Es drohte eine Spaltung. Deswegen lud der Landgraf von Hessen Luther und Zwingli ein. Dieses Gespräch ergab aber keine Einigung. Im Norden hatten meist die Landesherren Einfluss auf die Reformation. Im Süden wollte man sich aber keiner Kirchenhoheit unterwerfen.
Calvin leitete die Reformation in Genf. Er musste Frankreich fluchtartig verlassen, weil er protestantisch gesinnt war. Er ließ sich in Basel nieder und veröffentlichte eine Schrift, die ihn sofort als Reformator berühmt machte. Er war der Ansicht, dass das Schicksal des Menschen prädestiniert sei. Jeder Mensch muss aber ein gottgefälliges Leben führen. Die Calvinisten hielten sich für auserwählt. Nach dieser Ansicht versuchte er Genf zu reformieren. Er ließ alles aus der Kirche entfernen (Bilder, Altäre, Orgeln usw.) und verbot weltliches Vergnügen. 1541 führte er eine demokratische Kirchenordnung ein. Harte Strafen wurden verhängt über die, die gegen seine Lehre verstießen. Die Calvinisten waren die stärkste protestantische Gruppe neben den Lutheranern.
Schon vor Luther wollte man eine Erneuerung der kath. Kirche. Aber erst als sie nun in einer tiefen Krise steckten, wurde ein allgemeines Konzil gegründet dass 1545 in Trient zusammentrat. Wegen der Türkengefahr wurde die Kirchenversammlung für mehrere Jahre verschoben. 1563 lagen die Reformbeschlüsse fest. Dogmen wurden eingeführt, die die gleiche Autorität wie die Heilige Schrift hatte und unumstößlich war. Alle protestantischen Lehren wurden verdammt. Die Reformdekrete regelten Missstände im Ablasswesen und in der Ausbildung von Priestern Päpsten usw.. Das Konzil schuf ein katholisches Bekenntnis, dass der Kirche wieder Halt geben sollte. Einen Helfer fand die kath. Kirche in Ignatius von Lòyola. Er gründete 1534 in Paris einen neuen Orden. Der Papst erkannte diesen Jesuitenorden an und war froh, da er militärisch aufgebaut war und ihm bedingungslos gehorsam war. Sie wurden für die Missionierung eingesetzt. Der Orden stärkte den Katholizismus, da er den kath. Glauben weit ausbreitete. Das Ziel der Katholiken war verlorengegangen Gebiete wiederzugewinnen. Deshalb bezeichnete man dies Erneuerungsbewegung als Gegenreformation. Besser ist aber die Bezeichnung kath. Reformation.

Quellennachweise: UNSERE GESCHICHTE, Bd. 2, Herausgeber: Diesterweg, 1987/ Kapitel 4: Trennung im Glauben, Kampf, um den Glauben: Die Reformation und ihre Folgen.
GESCHICHTE UND GESCHEHEN, Herausgeber: Klett, 1995/ Kapitel: Reformation - Glaubensspaltung - Glaubenskämpfe
DEUTSCHE GESCHICHTE, Herausgeber: Buchners Kolleg Geschichte, 1998/ Kapitel 2: Die Reformation und ihre Folgen
MEINE MUTTER ... Geschichtslehrerin ..  

 

Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521:
Gegen den Ablass handelnd, schrieb Luther 1517 am 31. Oktober seine 95 Thesen. Dies hatte zu Folge, dass er vom Papst gebannt wurde. Auf dem Reichstag zu Worms sollte sich Luther rechtfertigen. Weil er sich weigerte seine Schriften zu widerrufen, wurde er geächtet (Reichsacht). Bei der Rückreise wurde er von seinem Landesherren (Kf. Friedr. D. Weise) auf die Wartburg bei Eisenach entführt. Hier übersetzte er die Bibel ins Deutsche ---) Grundlage der dt. Schrift.

 

 

 

Autor: Jens Kafitz  |  Quelle: www.geschi.de

 




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