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Ursachen:
Die Ursachen der Reformation sind ganz klar bei dem moralischen Tief der Kirche
im Spätmittelalter um 1500
zu suchen. Trotzdem war die Kirche, auch durch das durch Schenkungen angehäufte
Vermögen, die mächtigste Institution in ganz Europa. Ihre Verwaltungsstruktur
reichte sogar bis in die kleinsten Dörfer. Auch kamen Gesetzen, Vorschriften
und Bestrafungen eine große Bedeutung im Alltagsleben bei. Doch hatte die
Kirche kein gutes Ansehen mehr, weil sie Kirchenämter verkaufte, um ihren stark
gestiegenen Finanzbedarf zudecken, und weil sie ihre geistlichen Rechte zu
politischen Zwecken nutzte. Außerdem war die Qualifikation der Geistlichen, die
ihre Stelle durch Bestechung erlangten, sehr niedrig. Auch erließ die Kirche
Bestrafungen gegen Geld um ihren Finanzbedarf zu decken. So wurde der Wille nach
Reformen und der Antiklerikalismus im Volk immer stärker.
Auslöser der Reformation:
Der größte und mit Sicherheit auch bekannteste Skandal in der Finanzpolitik
der Kirche war der Ablasshandel, der schließlich auch der Auslöser der
Reformation war. Hier erließ Papst Leo X. im Jahre 1515
den Ablasshandel. Als seinen deutschen Ablassbeauftragten ernannte er den
Erzbischof von Mainz, welcher gleichzeitig Erzbischof von Magdeburg und Bistum
Halberstadt war. Seine Wahl in Mainz und seine verbotene Anhäufung von drei
Bischofsstühlen hatten ungeheure Summen verschlungen, so dass dieser hoch
verschuldet war. Da er die Hälfte der Einnahmen zur Tilgung seiner Schulden bei
der Firma Fugger verwenden durfte, war ihm der Ablasshandel sehr willkommen.
Anfänge der Reformation:
1515
erließ Papst Leo X. den Ablasshandel. Als deutschen Beauftragten für den Ablasshandel
bestimmte er den Erzbischof von Mainz, Magdeburg und den Bistum Halberstadt. Da
der Erzbischof von Mainz hohe Bestechungsgelder für die Wahl in Mainz und um
das Verbot von der Anhäufung dreier Bistümer zu umgehen gebraucht hatte, war
er bei der Firma Fugger hoch verschuldet. Und da er die Hälfte der Ablassgelder
behalten durfte kam ihm diese Gelegenheit gerade recht um seine Schulden
abzutragen. Doch verfasste nun der Mönch und Professor Martin Luther aus
Wittenberg 95 Thesen gegen den Ablasshandel und sendete diese am 31.10.1517
an den Erzbischof von Mainz und an einige gelehrte Freunde, um eine Diskussion
anzuregen. Nun lenkte er mit der ungewollten Veröffentlichung der Thesen eine
breite Öffentlichkeit auf sich. Seit 1518
lief dann ein Gerichtsverfahren wegen Ketzerei gegen ihn. Nun bestimmten drei
Umstände den Weitergang der Luthersache: Erstens beschützte sein Landesherr
Friedrich der Weise von Sachsen Luther, ohne jedoch sein Anhänger zu werden.
Außerdem nahm die römische Kurie Luther nicht ernst genug, und taten die
Luthersache als Mönchsgezänk ab. Zum dritten wollte die Kirche, nach dem Tod
Maximilian des I. Friedrich den Weisen von Sachsen nicht verärgern, weil sie
die Wahl Karl des V. verhindern wollten und weil Friedrich von Sachsen einer der
drei Kurfürsten oder Kaiserwähler war. Nun forderte Luther, da die Kirche
selbst reformunfähig war, der Kaiser solle die Kirche vom Papst trennen. Als
Karl der V. gewählt war, mussten die Kirche nicht mehr auf Friedrich den Weisen
Rücksicht nehmen, und so fertigten sie eine Bannandrohungsbulle gegen Luther
an. Luther verbrannte diese aber demonstrativ am 10.12.1520
vor den Stadtmauern Wittenbergs. Daraufhin sprach die Kirche im Januar 1521
den Bann auf Luther aus. Nach geltendem Recht hätte nun der Kaiser die
Reichsacht über ihn verhängen müssen, aber auf Druck Friedrichs von Sachsen
wurde er unter Zusicherung freien Geleits auf den Wormser Reichstag gerufen. Da
Luther sich aber weigerte seine Lehren zu widerrufen, wurde im Wormser Edikt vom
8.5.1521
die Reichsacht über ihn verhängt. Bei der Rückkehr vom Wormser Reichstag
ließ Friedrich der Weise Luther zum Schein entführen. Anschließend wurde
Luther auf die Wartburg gebracht, wo er unter dem Namen Junker Jörg eine Zeit
lang lebte.
Eigendynamik der Reformation:
Nun
bekam die Reformation Eigendynamik. Dies kann man vier Gründen zugrunde legen:
Erstens war das Reichsregiment unfähig die Reichsacht über Luther zu
verhängen, da viele Fürsten die Unterstützung verweigerten. Dies lag entweder
daran, dass sie einen Aufstand des Volkes befürchteten oder sie sympathisierten
mit der Luthersache. Zweitens ließ sich die Religionsfrage nicht auf einem
Nationalkonzil lösen, da Karl der V. dies verbot. Also wurde die Religionsfrage
schließlich 1526
auf dem Speyerer Reichstag zur Ländersache erklärt. Drittens war die
Luthersache so sehr bei seinen Anhängern verwurzelt, so dass sie seine Lehre im
Volk verbreiteten und so die Luthersache von unten stärkten. Viertens führte
die Radikalisierung der Reform bei den Bauern schließlich zum Aufstand im
Bauernkrieg.
Bauernkrieg:
Anfang des 15. Jahrhunderts gab es auch schon Aufstände, welche aber nicht
unter dem Begriff Bauernkrieg zusammengefasst werden können. Der eigentliche
Bauernkrieg begann Ende des 15. Jahrhunderts, und war eine Reihe von
Aufständen. Der Grund für den Bauernkrieg war die immer mehr wachsende
Unzufriedenheit der Bauern. So klagten sie über erhöhte oder vermehrte
Abgaben, über Aufhebung oder Einschränkung alter Freiheiten und über
herrschaftliche Eingriffe in die Dorfautonomie. Nun kann man die Faktoren der
Unzufriedenheit der Bauern in drei Punkte gliedern: 1.Durch den
Bevölkerungsanstieg verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Bauern
sehr. Gleichzeitig wurde es ihnen aber noch erschwert in die Stadt zu ziehen.
2.Da die Grundherren zu meist dem Ruin nahe waren erhöhten sie ihre
Forderungen, was dadurch ermöglicht war, dass sie die Höfe an den jeweiligen
Bauern nur bis zu seinem Tod verpachtet hatten, d.h. wenn dieser starb konnte
der Fürst für die Neuverpachtung erneut Geld einnehmen. 3.Die Landesherren
versuchten immer mehr ihren Streubesitz loszuwerden um ein zusammenhängendes
Territorium zu erlangen. Durch ein zusammenhängendes Territorium konnten sie
mehr Macht ausüben und verbanden oft die Landeshoheit immer mehr mit der
Gerichtsbarkeit, der Gebotsgewalt und der Steuerhoheit. Oft nahmen die
Landesherren auch Einfluss auf die Allmende der Dörfer.
Die Bauern empfanden diese erhöhten Forderungen aber als Verletzung des alten
Rechts. Der Bauernkrieg begann nun mit einem Aufstand im Jahre 1524
in südlichen Schwarzwald. Bei diesem Aufstand erreichten die Bauern zwar bald
eine Übereinkunft mit ihrem Landesherr, jedoch breitete sich der Bauernkrieg
immer weiter aus. Nun schlossen sich immer mehr Städte den Ausständigen an,
weil sie befürchteten, dass die Landesherren, des umliegenden Landes, versuchen
würde ihre Autonomie zu beenden und die Stadt seinem Besitz einzuverleiben. Im
Februar/ März verfasste Sebastian Lotzer "12 Artikel", welche dann
auch zu meist das Programm wurden, auf welches die Ausständigen ihre
Forderungen bezogen.
Die Reformation unter Luther hatte auch einen großen Einfluss auf das Auslösen
des Bauernkrieges. Denn durch die Reformation bekamen die Bauern das Selbstbewusstsein
und die Rechtfertigung für den Bauernkrieg. Doch unterstützte Luther nicht die
Bauern, sondern die Landesherren. Denn kurz nach Erscheinen der "12
Artikel" forderte Luther zum Frieden auf. Aber im Mai 1525
forderte er schließlich die Landesherren auf den Aufstand der Bauern gewaltsam
zu unterwerfen. Auch der Reformator Zwingli distanzierte sich von den Bauern.
Tatsächlich entschieden sich die Landesherren ab Anfang April den Bauernkrieg
nicht mehr mit politischen Mitteln zu beenden, sonder die Bauern gewaltsam zu
unterwerfen.
Nachdem die Bauern unterworfen waren verschärften die Landesherren zu meist die
Bedingungen für die Bauern. Nur in einigen Ausnahmefällen gingen die
Landesherren, wenn auch nur teilweise auf die Forderungen der Bauern ein.
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