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Geschichte:
Die antike Stadt Pompeji liegt in Süditalien in der Nähe von Neapel, ca. 8 km
südöstlich des Vulkans Vesuv.
Die Stadt wurde im 6. Jh. v. Chr. von den Griechen gegründet, hat aber
daraufhin in wenigen Jahrhunderten mehrfach Herrschaft und Sprache gewechselt.
Deshalb gilt die Stadt als Berührungspunkt von griechischer, römischer,
etruskischer und samnitisch-lucanischer Kultur. Das kann man an Gemälden oder
am unterschiedlichen Stil der Gebäude erkennen.
Pompeji war früher eine durchaus "moderne" Stadt. Es gab dort die
verschiedensten Berufe und Gewerbe (Friseur, Bäcker, Metzger). Bemerkenswert
ist die Anzahl der Kneipen. Die Wasserversorgung wie die Kanalisation dürften
gut funktioniert haben.
Aus all diesem lässt sich erkennen, dass Pompeji eine sehr wohlhabende Stadt
war. Das kam nicht zuletzt daher, dass Pompeji den wichtigsten Hafen des ganzen
Gebiets besaß, von dem aus auch die umliegenden Dörfer mit Waren versorgt
wurden. Außerdem produzierte man in Pompeji selbst Wein und Öl von bester
Qualität, was auf die Fruchtbarkeit der Vulkanerde zurückzuführen ist. Der
Absatz war entsprechend gut.
Wegen dieses Wohlstandes wurde Pompeji auch als Villenstandort bevorzugt. Davon
findet man heute noch viele, ebenso wie Tempel. Pompeji ist übrigens auch für
sehr schönen Wandmalereien und Mosaike bekannt.
Aber viele dieser Gebäude wurden durch ein starkes Erdbeben schon im Jahr 62 n.
Chr. zerstört. Eigentlich war dieses Erdbeben ein eindeutiges Zeichen dafür,
dass sich der Vulkan nicht mehr ruhig verhält, sozusagen aufwacht. Diese
Warnung blieb jedoch ungehört. Dazu muss ich allerdings sagen, dass der Vulkan
als "erloschen" galt. Er war seit einigen Jahrhunderten nicht mehr
ausgebrochen und so war sogar in Vergessenheit geraten, dass es sich beim Berg
Vesuv überhaupt um einen Vulkan handelt.
Ausbruch des Vesuvs:
So brach der starke Ausbruch des Vesuvs am 24. August 79. n. Chr. also völlig
unerwartet, über die blühende Stadt herein. Diese Eruption gilt übrigens als
eine der schwersten Naturkatastrophen des antiken Zeitalters. Sie hat Pompeji
und noch zwei weitere Städte, Herculaneum und Stabiae, vollständig mit seiner
Asche und Lava begraben.
Dieser Vulkanausbruch ist außerdem die erste dokumentierte vulkanische
Katastrophe. Es gibt sogar einen Augenzeugenbericht von Plinius dem Jüngeren,
von dem ich einen kurzen Ausschnitt vorlesen möchte:
"Auf der anderen Seite, eine schaurige schwarze Wolke, kreuz und quer von
feurigen Schlangenlinien durchzuckt, die sich in langen Flammengarben spalteten,
Blitzen ähnlich nur größer. Nicht lange danach senkte sich jene Wolke auf die
Erde und bedeckte das Meer. Schon regnete es Asche, doch zunächst nur dünn.
Ich schaute zurück: im Rücken drohte dichter Qualm, der uns, sich über dem
Erdboden ausbreitend, wie ein Gießbach folgte. Es wurde Nacht, aber nicht wie
bei mondlosem, wolkenverhangenem Himmel, sondern wie in einem geschlossenem
Raum, wenn man das Licht gelöscht hat. ..."
Wie es hier schon heißt, regnete es also (Millionen Tonnen) Asche und
Vulkangestein, und zwar im Umkreis von 70 km. Dieser Steinregen dauerte 4 Tage
lang an. Am Ende lag Pompeji unter einer 5-6 Meter hohen Schicht begraben.
In der Stadt brach natürlich Panik aus, da der Ausbruch ja wie gesagt völlig
unerwartet kam.
Viele wollten ihre nötigsten Sachen zusammenpacken und eilten in ihre Häuser.
Doch die Häuser hielten dem Steinregen nicht stand, und stürzten ein. Im Haus
des Fauns, einer der reichsten Villen der Stadt, liegt heute der Gipsabdruck
einer Frau. Bei ihr wurde sehr viel Schmuck und Geld gefunden, von dem sie sich
wahrscheinlich nicht trennen wollte. Doch das Haus war eingestürzt und hatte
sie unter ihm begraben. Man fand in dem Lavagestein zunächst nur Hohlräume in
der Form von Körpern von Menschen oder Tieren. Diese Hohlräume wurden dann von
den Archäologen mit Gips ausgegossen und man erhielt nach fast 2000 Jahren die
Abbilder der Unglücklichen. Auf diese Methode des Ausgießens komme ich noch
später zurück.
Einige, die sich gerade in ihren Häusern aufhielten, dachten, sie könnten sich
hier vor dem Steinregen schützen. Aber wenn das Haus nicht einstürzte,
erstickten die Menschen an den giftigen Gasen, die der Vulkan ausstieß.
Dazu ein Bild:
Man
versuchte natürlich auch, sich übers Meer mit Booten zu retten. Aber auch das
hatte wenig Sinn, da der Wellengang viel zu stark war. Viele Menschen wurden
auch auf dem Weg zum Hafen von der Lava eingeholt.
Von den 20000 Einwohnern sind bis auf wenige alle umgekommen. Wer sich in der
Stadt aufhielt, hatte so gut wie keine Chance , zu fliehen.
Ausgrabungen:
Schon einige Tage nach dem Ausbruch versuchten einige Aufräumtrupps, die
wichtigsten Dinge aus der Asche zu bergen. Da dies aber sehr riskant war, wurden
diese Arbeiten bald eingestellt, und Pompeji geriet in Vergessenheit.
Erst im Jahre 1754
stieß man zufällig auf Gebäude, aber erst 9 Jahre später erkannte man, dass
es sich um Pompeji handelte. Man fand die Inschrift: respublica Pompeianorum.
Seitdem dauern die Ausgrabungen bis heute an.
Anfangs ging es bei diesen Ausgrabungen natürlich noch sehr unkontrolliert zu:
Viele Archäologen waren nur auf Geld aus, und sobald sie ein Gebäude
freigelegt hatten, wurde es ausgeplündert und danach wieder zugeschüttet.
Außerdem wurde ohne jegliches System mal hier mal dort gegraben.
Erst knapp 100 Jahre später kam "Ordnung" in die Ausgrabungen. Der
Leiter war Guiseppe Fiorelli.
Er grub nach einem vernünftigen System, und nummerierte die Ausgrabungen, diese
Nummerierung gilt bis heute.
Er dokumentierte als erster seine Ausgrabungen.
Er entwickelte die sog. Ausgussmethode: Die Hohlräume der Körper, die sich
gebildet hatten, nachdem der Körper zerfallen war, wurden mit Gips aufgefüllt.
So kann man heute die genaue, letzte Körperstellung der Pompejaner erkennen wie
im Garten der Fliehenden.
Heute sind etwa 3 Fünftel von Pompeji ausgegraben und erforscht.
ABER: Der Zustand von Pompeji verschlechtert sich zusehends:
67 Hektar Fläche, 12% dürfen betreten werden
In den 50er Jahren waren für Touristen 67 Häuser zugänglich, heute nur noch
14!
Verschiedene Gründe:1980
schweres Erdbeben (Vesuv !!)
Bäume und Sträucher "fressen" sich in die Mauern.
Touristen ( dürfen Häuser betreten)
Aber die Touristen sind nicht nur schlecht: Bisher hat Italien so gut wie nichts
für die Erhaltung von Pompeji getan. Letztes Jahr durften erstmals die
Einnahmen von den Touristen vollständig zur Erhaltung von Pompeji verwendet
werden.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die Gefahr im Umfeld des Vesuvs
keineswegs vorbei ist. Es leben immerhin noch Tausende von Menschen in seiner
unmittelbaren Nähe.
Statistisch gesehen ist der Vesuv immer etwa im 30-Jahre-Rhythmus ausgebrochen.
Das letzte mal 1944.
Dass er schon so lange nicht mehr ausgebrochen ist, kann entweder heißen, dass
seine Tätigkeit vorbei ist, aber genauso, dass eine wirklich große Eruption
bevorsteht!
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