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Napoleon Buonaparte wurde am 15.8.1769
in Ajaccio, eine der beiden Hauptstädte Korsikas, geboren. Er war das vierte
von insgesamt zwölf Kindern, die sein Mutter Maria Letizia zur Welt brachte. Es
überlebten jedoch nur acht Kinder: Joseph (der Älteste), Napoleon, Lucien,
Jerome, Louis, Caroline, Elisa und Pauline. Napoleons Vater Karlo (Charles)
Buonaparte war von Beruf Advokat (Rechtsanwalt). Beide Elternteile entstammten
edelbürtigen Familien.
Um die große Familie ernähren zu können, schloss sich der Vater der
französischen Partei an und erbat vom Gouverneur der Insel, dem Grafen Marbeuf,
unermüdliche Freiplätze und Vergünstigungen. Er erzog seine Kinder jedoch in
Erinnerung an den großen Pascal Paoli (Verfechter der Unabhängigkeit) und an
ein freies Korsika. Als Napoleon geboren wurde, war die Insel bereits ein Jahr
lang in französischem Besitz. Die Genaures hatten diese Insel voller Berge und
Wälder 1768
an Frankreich verkauft.
Die Buonapartes hatten ihren Ursprung wahrscheinlich in der Toskana. Die ersten
Spuren lassen sich 1616
finden, als ein Buonaparte unter den Mitgliedern des Rats der Alten von Ajaccio
genannt wurde, zu dem auch im 17. und 18. Jahrhundert mehrere Mitglieder der
Familie gehörten.
Dank seiner Vorfahren deren Stellung Hochachtung entgegen gebracht wurde und wie
der Titel eines französischen Adeligen geachtet war, wurde Napoleon adelig.
Ende 1778,
zu diesem Zeitpunkt war Napoleon 9 Jahre alt, brachte sein Vater ihn, intelligent
und streitbar, jedoch noch ohne eine andere Sprache sprechend, als den
örtlichen Dialekt, Joseph und seinen Schwager Fesh nach Versailles. Napoleon
traten im Januar 1779
in das Collège d´Autun ein. Über Napoleons Kindheit gibt es jedoch nur wenige
Zeugnisse.
Nach dem Collège d´Autun besuchte er die königliche Militärschule von
Brienne-le-Chateau, eine von Mennoniten geleitete, in der Champagne gelegene
Einrichtung, die der Kriegsminister Graf von Saint-Germain dazu ausersehen
hatte, die Kinder des Adels, die zur Armee wollten, auszubilden. Durch die
große Prüfung, die ein stolzer, glühender und schüchterner Geist erfährt,
nämlich der Berührung mit dem feindlichen Fremden (die Franzosen, die mit ihm
zusammen die Schule besuchten) wird Napoleons Charakter gefestigt. Da er seinen
Namen mit korsischem Akzent aussprach, hörte es sich wie "Napoline"
an. Deshalb nannten ihn seine Mitschüler "la-paille-du-nez", was
übersetzt so viel wie "Strohnase" bedeutet. Zu dieser Zeit machte er
einen düsteren und sensiblen Eindruck und verachtet jegliches Spiel. Die
Beleidigungen seiner Mitschüler bestärken seine Einstellung zu Frankreich. Er
sieht die Franzosen als Besatzungsmacht und Unterdrücker Korsikas. Trotzdem
zeichnete sich sein Charakter ab.
Besonderes Talent bewies er während Kriegsspielen (beim Bau von Festungen).
Durch den Umgang mit den Franzosen übernahm er auch ihre Vorurteile. Er wurde
ein Mann des 18. Jahrhunderts und empfing eine religiöse Erziehung, die
Voltaire und den weltlichen Dingen näher stand als der Kirche.
Napoleon war ein eher mittelmäßiger Schüler. Er war gut in Mathematik,
weigerte sich jedoch Latein zu lernen und schrieb Französisch weiterhin in
seiner abenteuerlichen Orthographie.
Seine Begeisterung galt dem Lesen. Geschichte (besonderes Liebling und großes
Vorbild war Cäsar), Geographie, politische Theorien und Wirtschaftslehre, nicht
aber die Wissenschaften interessierten ihn. Ein Zitat eines Lehrers über
Napoleons Stil:
"Granit, den ein Vulkan erhitzt."
Vom Mai 1779
bis zum Oktober 1784
blieb Napoleon in Brienne.
Mitte Oktober erreichte er dann die Hauptstadt Paris. Er war ein kleiner (1,49
m), braungebrannter Mann; schwermütig, düster, ernsthaft und doch ein
Klugschwätzer.
Die Inspektoren des "Ecoles Militaires" schwankten bei der Auswahl
seiner Ausbildung zwischen der Marine und der Armee. Schließlich waren seine
guten Mathematiknoten ausschlaggebend. Am 19. März 1784
wurde er als Kanonier (Offizierskadett) in die Militärschule aufgenommen. 1785
bestand Napoleon ein Examen, konnte so in die Artillerie eintreten und wurde zum
Sekondelleutnant im Regiment "La Frére" ernannt. Im gleichen Jahr
(Februar 1785)
starb sein Vater an Magenkrebs. Napoleons Mutter blieb mit den Kinder allein in
Ajaccio. Sie hatte nur wenig Geld. Napoleon übernahm die Rolle des Chefs des
Clans Buonaparte, obwohl sie eigentlich für seinen älteren Bruder Joseph
bestimmt war.
Er hatte nur noch ein ein letztes Examen zu bestehen und so wurde er, dank
seiner außerordentlichen Mathematikbegabung, früher als gewöhnlich, nämlich
mit genau 16 Jahren und 15 Tagen Offizier.
Er wurde nach Valence versetzt wo er 3 Monate Dienst als Kanonier in der Truppe
leistete. Während dieser Zeit lernte er den "einfachen" Soldaten
kennen.
Für Napoleon begann nun das unbefriedigende Leben eines Offiziers in
Friedenszeiten. Sie bestand aus Schreibarbeiten, Manövern, Banketten und
Bällen, die ihm zu wider waren. Vom 28. Oktober bis zum 30. September war er
insgesamt 38 Monate auf Urlaub und verbrachte nur 33 bei seinen Korps in Valence
, Lyon, Douai, Auxonne und noch einmal in Valence. Seine Langeweile vertrieb er
sich mit Schreiben und Lesen. Die Bücher bekam Napoleon in der Bibliothek von
Valence. Militärische Bücher interessierten ihn kaum; politische Bücher
"verschlingt" er jedoch nahezu. Darin sucht er Gründe, Korsika zu
befreien. Wie bereits erwähnt schreib er selbst und träumte von großem
literarischen Ruhm. In seinen Schriften lässt sich seine grenzenlose
Bewunderung für den Patrioten Paoli erkennen. Zusätzlich belegen sie, dass er,
wie viele Offiziere seiner Waffengattung unter großem Einfluss der neuen Ideen
stand. So konnte man in seiner "Dissertation sur l´autorité royale"
vom Oktober 1788
lesen:
"Es gibt kaum einen König, der es nicht verdient hätte, entthront zu
werden!"
Während er auf Korsika Urlaub machte, lass er die Bücher Tacitus, Montaigne,
Montesquieu und Corneille, wobei er Letzteren auswendig beherrschte.
Im Regiment lernte er ein wenig Kriegskunst. Außer Mathematik, Artillerie,
Kriegskunst und Plutarch beherrschte er kaum etwas.
Napoleon besitzt jedoch die Gabe, mit seiner unglaublichen Schnelligkeit neue
Ideen zu finden und geht Fragen so unmittelbar an, als wäre er der Erste, der
sich damit befasst. Sein Hass auf Frankreich wächst währenddessen so stark wie
sein Heimweh. In der Zusammenfassung der Geschichte Korsikas schreib er:
"Wenn es in der Natur des Gesellschaftsvertrag liegt, dass eine Nation
selbst ohne Grund eine Herrscher absetzt, um wie viel mehr muss sie dies
können, wenn ein Einzelner alle natürlichen Gesetze missbraucht, Verbrechen,
ja Gewalttaten begeht und gegen die Einrichtungen der Regierung selbst arbeitet.
Franzosen, euch ist es nicht genug, dass ihr uns alles was uns lieb war, geraubt
habt, ihr musstet auch noch unsere Sitten verderben."
Die Revolution brach aus. Überall entstanden Unruhen, überall waren
Aufstände. Auch in Burgund. Napoleon wird beauftragt, dort Royalistenaufstände
mit seiner Armee niederzuschlagen, was ihm auch gelang. Frankreich war ständig
im Krieg mit Europa. Im Januar wurden Belgien, Savoyen und Nizza eingenommen.
Frankreichs nächster Schritt war es nun, Sardinien, das zu Savoyen gehörte, zu
erobern. Die korsische Freiwilligen - Armee sollte die Truppen Frankreichs in
diesem Vorhaben unterstützen. Buonaparte wurde mit viel Geschick
vorrübergehend Oberstleutnant der Korsen und nahm als Kommandeur der
Artillerie, bestehend aus 2 Kanonen und einem Mörser (Granatenwerfer), an der Expedition
teil. Diese verlief jedoch nicht glücklich. Zwischen den französischen und
korsischen Truppen herrschte kein Vertrauen. Die Korsen sabotierten das
Unternehmen.
Nach dem Rückzug unterzeichnet Napoleon ein Schreiben, das sich gegen die
Sabotageaktion der Korsen richtete. Daraufhin starteten die Anhänger Paolis
eine Kampagne gegen die Buonapartes. Besonders betroffen waren Napoleons Mutter
und seine Geschwister, die zu diesem Zeitpunkt noch auf Korsika lebten. Napoleon
erfährt von der Kampagne. Aus Angst um seine Angehörigen ließ er seiner
Mutter eine Nachricht zukommen; Sie sollte sich darauf vorbereiten Korsika zu
verlassen.
Die Familie verließ das Haus kurz bevor es von Einheimischen verwüstet wurde.
Sie ließ sich sich in Marseille nieder um dort in recht dürftigen und elenden
Verhältnissen leben zu müssen.
Zu dieser Zeit war Napoleon 24 Jahre alt. Er war immer noch ein Hauptmann ohne
Anstellung. Er war scheinbar ohne Zukunft, hatte seine besten Jahre vertan -
seine militärische Karriere war stagniert. In diesem Abschnitt seines Lebens
schrieb Napoleon die wohl beste seiner Schriften: "Souper de Beaucaire".
England, Spanien und Sardinien gelang es, ihre Armeen in Toulont zu sammeln.
Gemeinsam belagerten sie die Stadt. Das französische Konvent gab Karteaux den
Auftrag, die Stadt zurückzugewinnen. Hier kamen Buonapartes genialen Züge
deutlich zum Vorschein. Er half dabei, die Strategie für das Unterfangen
auszuarbeiten. Auf Grund dessen konnte Toulont zurückerobert werden. Dank
seiner brillanten Strategie, die zum Erfolg geführt, wurde Napoleon zum
Brigardegeneral befördert. Robespierre und Barras hatten sich dafür
eingesetzt. Die lange Zeit der Beschäftigungslosigkeit war nun endlich vorbei.
Er erwarb langsam die Achtung Robespierres und wurde im März 1784
Artilleriekommandeur der Armee Italiens. Er macht sich mit der Geographie des
Landes bekannt. Dort würde er später seine besten Feldzüge unternehmen.
Napoleon war gerade dabei einen Plan auszuarbeiten, als die Schreckensherrschaft
in Paris ein Ende nahm.
Die Jakobiner (Anhänger des Robespierre, sie setzten sich für demokratische
Verhältnisse ein) wurden gestürzt. Buonaparte wurde auf Befehl seines
Freundes Salicetti verhaftet, kam jedoch schnell wieder frei. Trotzdem blieb
Napoleon verdächtigt.
1795
wurde ihm von Paris der Befehl erteilt, die italienische Front zu verlassen und
zur Armee in Vendeé zu gehen. Er weigerte sich jedoch und blieb in Italien.
Dieser Entschluss verstimmte die Minister so, dass sie ihn im September aus der
Liste der Generäle strichen. Doch er hatte Glück. Barras ließ ihn an seiner
Seite kämpfen. Der Feind wollte sich der Kanonen der im Feldlager von Neuilly
bemächtigen. Buonaparte verhinderte dies. Deshalb gab Barras ihm seinen alten
Dienstgrad zurück und übergab ihm sogar den Oberbefehl über die Heimatarmee.
Napoleon hatte sich ein einwandfreies Zeugnis als Republikaner ausgestellt..
Diejenigen, die das Werk der Revolution vor der royalistischen Gefahr bewahren
wollten, betrachteten ihn nunmehr als einen der Ihren. Aus Buonaparte wurde Buonaparte.
Dies bedeutete einen unheimlichen Aufschwung für Napoleon. Sein letzeter Wunsch
war es nunmehr, Oberbefehlshaber der Armee in Italien zu werden. Die wurde
mittels der Heirat mit Joséphine de Beauharnais Wirklichkeit. Barras machte ihm
den Posten praktisch zum Geschenk.
Der Krieg ging weiter. Frankreich kämpfte mit einer unterlegenden Armee gegen
die Österreicher und die Piemanteser. Durch Napoleons Wissen und seine
geographischen Kenntnisse Italiens waren ihm zahlreiche Siege zuzuschreiben.
Österreich scheiterte selbst mit seinen besten Generälen an Bonaparte.
Währendessen betrog ihn seine Frau mit Monsieur Charles. Die Eifersucht
beflügelte seinen Feldzug. In einem Brief an seine Frau schrieb er:
"Ich bin nicht froh. Dein letzter Brief ist kalt wie die Freundschaft. Ich
habe darin nicht dieses Feuer gefunden, das in deinen Blicken glüht. Weißt du
nicht, dass es ohne dich, ohne dein Herz, ohne deine Liebe für deinen Gatten
weder Glück noch Leben gibt? Fern von dir sind die Nächte lang, schal und
traurig. Neben dir wünscht man, dass die Nacht nie zu Ende geht."
Doch Joséphine blieb kalt.
Ein letztes mal versucht Österreich Napoleons Armeen zu besiegen. Es schickte
Erzherzog Karl, einen großen General. Auch er scheiterte an Napoleon und musste
weichen. So konnte Bonaparte ungehindert nach Wien durchdringen.
Am 18. Oktober unterzeichnete Österreich einen Friedensvertrag, den Frieden von
Campo - Formio. Nur England sträubt sich und war nun an der letzte Feind der
Republik.Napoleons Plan war es Ägypten zu erobern und so den Handel zwischen
England und Indien zu stören. Mit 30.000 Soldaten und 13 Kampf- und
Begleitschiffen zog er in den Krieg. Zusätzlich nahm er 150 Gelehrte,
Techniker, Naturforscher, Künstler und Architekten mit sich. Später wollte er
mit diesen Fachleuten eine neue Zivilisation erschaffen, was ihm auch gelang.
Wassermangel und Hitze setzten Napoleons Armeen heftig zu. Trotzdem gelang es,
Ägypten die französischen Gesetze aufzuzwingen (Alexandria bis nach Kairo).
Die Expedition nahm jedoch kein glückliches Ende:
Nelson, der Admiral der englischen Flotte zerstörte die in der Bucht von Abukir
liegenden Schiffe Napoleons. Somit war Bonaparte Gefangener seiner eigenen
Eroberung und England die führende Seemacht. Außerdem wurde seine Armee durch
die Pest dezimiert. Schwer getroffen zog er sich zurück und übergab seine
Truppen an Admiral Kléber.
Das zurückliegende Jahrzehnt hatte die Hauptstadt sehr viel Kraft gekostet. Sie
wirkte erschöpft und ohne jeglichen Antrieb. Besonders betroffen waren
diejenigen, die sich von der Revolution eine einschlägige Veränderung, den
Beginn einer neuen Zeit erhofft hatten. All diese kleinen Leute hatten schon
längst jeden Funken Hoffnung verloren.
Am 9. Oktober 1799
kehrte Napoleon aus Ägypten zurück und landete im Hafen von Fréjus. Er machte
eine einwöchige Reise nach Paris. Dort erwartet ihn ein prunkvoller Empfang.
"General, verjagen sie die Schurken, die uns regieren und wir machen sie
zum König!" rief ihm das jubelnde Volk zu. Seit Napoleons letztem
Aufenthalt in Paris hatten die Schwierigkeiten des Direktoriums arg zugenommen
.Die beiden Versammlungen (d.h. der Rat der Alten und der Rat der 500) hatten
ständig wechselnde Mehrheiten. Einmal überwogen die Royalisten und forderten
die Rückkehr der Monarchie, ein anderes Mal gewannen die Jakobiner und setzten
sich für demokratische Verhältnisse ein.
Napoleon brauchte sich nur 2 Wochen in der Hauptstadt aufzuhalten um sich über
den gegenwärtigen Zustand und die Position jedes Einzelnen im Klaren zu sein.
Sein Entschluss stand fest:
Der Staatsstreich würde nicht ohne ihn stattfinden!
Der Verschwörungsplan war simpel:
Eine Erhebung der Jakobiner sollte vorgetäuscht werden. So würde der Anschein
geweckt, dass die Versammlung und somit die Republik bedroht wäre.
In der Nacht des 18. Brumaire (19. Oktober) wurden die Abgeordneten der Räte
geweckt. Sie sollten sich nach Saint Cloud begeben um sich dort unter den Schutz
des Generals Bonaparte zu stellen. Es gab keine Exekutivgewalt mehr (Exekutive =
vollziehende Gewalt im Staat). Noch aber existierte das Parlament.
Am darauffolgenden Tag trat die Ratsversammlung zusammen. Die Abgeordneten waren
unruhig, spürten die drohende Gefahr. Die Debatten zogen sich in die Länge. Um
4 Uhr nachmittags trat Napoleon vor die Alten und verkündete:
"Das muss ein Ende haben!"
Seine Rede fand jedoch nicht viel Anklang. Er wurde von den Abgeordneten
beschimpft und bedrängt. Bonaparte zog sich unter dem Schutz weniger Soldaten
zurück. Es war misslungen.
Lucien, Napoleons jüngerer Bruder und Vorsitzender des Rates der 500 verließ
den Saal und hält den Soldaten einen Vortrag. Er erzählt ihnen, dass ein
Mordanschlag auf General Buoanparte geplant sei:
"Diese Räuber (er meint die Mitglieder der Räte) sind nicht mehr die
Vertreter des Volkes sondern die des Dolches!"
Er schwört, Napoleon eigenhändig zu töten, falls er sich zum Tyrann
entwickeln sollte. Trotzdem forderte er die Soldaten auf einzugreifen. Sie
stürmten den Saal. Die Abgeordneten flüchteten durch die Fenster. Innerhalb
von 5 Minuten war das gesamte Gebäude geräumt. 30 Abgeordnete, die sich im
Garten versteckt hielten, wurden gezwungen einen Vertrag zu unterzeichnen, der
den Sturz des Direktoriums und die Übertragung der Macht auf 3 Konsulen
bestätigte. Dieser Vertrag wurde nur aufgesetzt um dem Ganzen einen Anschein
von Legalität zu geben. Bonaparte war somit der erste Konsul.
Er versöhnte den Staat und die Kirche um die Katholiken, Anhänger der
Monarchie, für sich zu gewinnen. Eine Finanzreform wurde durchgeführt. Sie
verbesserte das Kreditsystem und den Handelsverkehr. Das Ansehen Napoleons wuchs
durch militärische und diplomatische Erfolge. Er schlägt Österreich am 14.
Juni 1800
bei Marengo. Bonaparte wird durch einen Volksbeschluss zum "Konsul auf
Lebzeiten". Er hat also die Vollmacht eines Königs ohne jedoch den Titel
zu tragen.
1804,
der "Code Civil" tritt in Kraft. Er bildet einen der Hauptfeiler, auf
denen Napoleons Macht beruht. Der "Code Civil" gilt als das
denkwürdigste Dokument, das erarbeitet wurde, um eine rechtliche Ordnung für
die revolutionäre Gesellschaft zu schaffen.
Dieses Gesetzbuch umfasst 2281 Artikel (z.B. das allgemeine Landrecht).
Gleichzeitig beinhaltet es auch eine Art bürgerliche Ordnungsvorstellung. Diese
wurde schon eine zeitlang vom Volk praktiziert und geliebt. Der "Code
Civil" hielt sie lediglich schriftlich fest. Dazu gehören unter Anderem:
ein hoher Stellenwert der Familie
der Vater als Oberhaupt der Familie
das Recht auf Eigentum
Der "Code Civil" verbreitete sich schnell und diente den meisten
europäischen Staaten als Vorbild.
Napoleon ließ sich am 2. Dezember weihen. Zu diesem Zeitpunkt trug er bereits
seit dem 18. Mai den Titel "Kaiser der Franzosen".
Im Oktober hatte eine große Volksbefragung diese Entscheidung in hohem Maße
bestätigt.
Napoleons Anspruch auf Hegemonie (= die Führerschaft, Vorherrschaft,
Vormachstellung) in Europa und seine weltpolitischen Pläne führten seit 1803
zu immer neuen Kriegen mit den europäischen Mächten, den sogenannten
Napoleonischen Kriegen
(insgesamt 7 Stück). Während seiner Regierungszeit führte Bonaparte permanent
Krieg.
Den ersten Napoleonischen Krieg führte er mit England (1803
- 1806).
Als jedoch Napoleons Pläne, an Englands Küste zu landen, von den Briten
zunichte gemacht worden, blieb dem Kaiser als einziges Mittel der
Wirtschaftskrieg. Somit verhängte er am 21.11.1806
die Kontinentalsperre, eine Wirtschaftsblockade, die England von Europa
abriegeln sollte. Letztendlich trug Europa jedoch mehr Schaden als
Großbritannien davon.
Trotzdem erreichte Napoleon mit den siegesreichen Feldzügen in Deutschland, der
Gründung des Rheinbundes (ein Bund mit 16 Fürsten aus Süd- und
Südwestdeutschland, die von Frankreich geschützt wurden und als Gegenleistung
Bonaparte militärisch unterstützten) und der Allianz (= Schutzbündnis) mit
Zar Alexander I. im Frieden von Tilsit (1807)
den Höhepunkt seiner Macht, der im Erfurter Kongreß 1808
glanzvoll Demonstration fand.
Das Zentralproblem blieb jedoch die scheinbar unerreichbare Niederzwingung
Englands. Zudem setzte sich, mit Spanien angefangen (1808),
eine Welle der nationalen Erhebung gegen die Herrschaft Bonapartes ein
(Österreich und Norddeutschland um 1809).
Am 16. Dezember 1809
wurde durch einen Senatsbeschluss die Scheidung zwischen Napoleon und Joséphine
bekannt gegeben. Am 2. April 1810
heiratete Napoleon Marie - Luise von Österreich. Sie gebar Napoleons einzigen
Sohn, Napoleon II., der später Herzog von Reichstadt wurde.
Die Absage der Zaren an die Kontinentalsperre löste letztendlich den 6.
Napoleonischen Krieg aus, den Krieg gegen Russland.
Nachdem Bonaparte am 14.9.1810
in Moskau einzog, musste er sich aus verschiedenen Gründen, unter Anderem dem
früh einkehrenden Winter und den zahlreichen Verlusten in der großen Armee um 1812
zurückziehen. Dies sollte zum Wendepunkt der Napoleonischen Herrschaft werden:
In den Befreiungskriegen erlag der Kaiser der übermächtigen Koalition zwischen
England, Russland, Österreich und Preußen
(Völkerschlacht bei Leipzig 16. - 19.10.1813).
Der Fall von Paris (31.3.1814),
die Absetzung durch den Senat, die Abdankung Napoleons in Fontainebleau (6.4.1814)
und die Verbannung nach Elba folgten. Die Episode der Hundert Tage nach Elba
(1.3.1815)
endete mit seiner Niederlage von Waterloo (18.6.1815)
und seiner Internierung (internieren = in staatliche Haft nehmen, Kranke
isolieren) auf Lebzeiten auf St. Helena, wo er 1821
an Magenkrebs starb. Er wurde 1840
im Pariser Invalidendom beigesetzt.
Napoleon hat es verstanden, dei französische Revolution dazu zu benutzen, seine
politischen Pläne zu verwirklichen. Er schuf somit eine Vorraussetzung für die
moderne Geschichte Europas, indem er die Überwindung und Vollendung der
Französischen Revolution markierte, deren Ziele Bonaparte durch die
Verwirklichung des Nationalgefühls in den unterdrückten Ländern über ganz
Europa trug. Er war ein bedeutender Stratege und Meister in der Führung des
Französischen Volkes. Napoleon war sehr ehrgeizig und intelligent. Bonaparte
hat das moderne Frankreich in Verwaltung Rechtssprechung (Code Civil)
entscheidend geprägt. Ebenso schuf er die Grundlage für die spätere nationale
Einigung indem er der in Deutschland und auch in Italien die überalterte
Staatenwelt zertrümmerte. Einer seiner größten Nachahmer war Adolf Hitler.
Napoleons Herrschaftssystem ist das erste Beispiel für plebiszitären
Despotimus auf der Grundlage einer Militärdiktatur.
Folgende Seite ist sehr interessant und
Sie sollten sie sich anschauen: http://napoleon.here.de
(Website der Autoren)
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