|
|
|
| Die
Konflikte in England im 17. Jahrhundert |
Zunächst
ging es vor allem um grundlegende konfessionelle Gegensätze, hervorgerufen
durch die Reformation. Diese konfessionellen Gegensätze zogen im weiteren
Verlauf Anhänger der konkurrierenden protestantischen und katholischen Parteien
in den Konflikt und führten zu einer Ausweitung des Krieges. Im Laufe des
Krieges begannen andere als konfessionelle, nämlich machtpolitische Fragen den
Verlauf des Krieges zu bestimmen. Die konfessionellen Gegensätze, die
schließlich zum Dreißigjährigen Krieg führten, waren bereits in dem halben
Jahrhundert zuvor zu einem immer dringlicheren Problem geworden. Der Krieg,
einer der verheerendsten in der europäischen Geschichte, wird in der Regel in
vier Phasen eingeteilt: Zuerst ging es um Glauben, dann um Glauben und Macht,
später um Macht und Glauben und schließlich nur noch um Macht.
Konflikte in England:
Die Ursachen des Bürgerkrieges sind in den sozialen, wirtschaftlichen und
religiösen Entwicklungen des vorangegangenen Jahrhunderts zu suchen. Unter Karl
I. hatte sich der Konflikt auf politische und religiöse Themen zugespitzt und
zwar auf die Frage nach der Oberhoheit im englischen Staat, d. h. nach den
Vollmachten von König und Parlament, und auf die Frage nach der
Kirchenverfassung der anglikanischen Bischofskirche.
Der direkte Auslöser des Bürgerkrieges war schließlich der Versuch des
Königs, Schottland den anglikanischen Glauben aufzuzwingen, da dies einfacher
gehen würde den Absolutismus, dessen Modell Frankreich war, in England
durchzusetzen. Die presbyterianischen Schotten (Puritaner) reagierten mit einem
Aufstand und verteidigen gemeinsam ihre presbyterianische gegen die
anglikanische Kirche. Die Schotten stellten eine Armee auf, besiegten die
englischen Truppen, und zwangen den König zu Zugeständnissen in Kirchenfragen.
Der König berief das Parlament ein, das die Finanzen für den Krieg gegen die
Schotten bewilligen sollte. Das Parlament, welches gegen eine absolutistisch-
herrschende Königsmacht war, trat zusammen und forderte als Gegenleistung für
seine Entgegenkommen in Finanzfragen vom König Reformen.
Es eskalierte die Auseinandersetzung zwischen König und Parlament zu einem
bewaffneten Konflikt. Die Mehrheit des Oberhauses und etwa ein Drittel des
Unterhauses stand auf der Seite des Königs, die Puritaner auf der Seite des
Parlaments (das Parlament sowie die Puritaner waren gegen den Absolutismus, für
welchen nur Anglikaner in Frage kommen würden Puritaner weigerten sich. Das
Parlament schloss sich mit der schottischen Armee zusammen und versprach den
Schotten als Gegenleistung für ihre Unterstützung die Beibehaltung ihrer
presbyterianischen Kirche.)
Der König wollte mehr Macht, das Parlament wollte dies verhindern. Den
Puritanern ging es um ihren Glauben.
Übrig blieb das Rumpfparlament (Gegner des Königs), welches schlussendlich den
König enthauptete. England wurde so eine Republik.
Es ist also nicht ganz korrekt, den Englischen Bürgerkrieg als
Auseinandersetzung zwischen dem König und dem Parlament zu bezeichnen.
These: Die Konflikte in England im 17. Jahrhundert sind nichts anderes als die
englische Variante der Glaubenskriege, die sich gleichzeitig auf dem
europäischen Festland abspielten (30jähriger Krieg)
Grundlagen für den Krieg :
Beim Krieg auf dem Festland spielten die verschiedenen Religionen, das
Machtstreben der deutschen Fürsten und der europäischen Mächten die
Hauptrollen. Ein Katholik verstand den Glauben eines Protestanten überhaupt
nicht und umgekehrt. Durch das ständige hin und her wurde die Situation
zugespitzt.
In England dagegen war der vom König geforderte Absolutismus die Hauptursache.
Erst durch diesen Grund kam es zu den religiösen Auseinandersetzungen. Man kann
sagen, dass der gleiche Krieg zwei Grundgedanken besaß. Der König und das
Parlament kämpften um die Machtstellung, bei welchem die Puritaner
mitkämpften, um ihren Glauben weiter zu besitzen.
Ablauf des Krieges:
Der „Europäische Festlandkrieg" dauerte viel länger, im Gegensatz zum
englischen Bürgerkrieg, dem eigentlichen Kern der Konflikte in Großbritannien.
Im Laufe des 30jährigen Krieges wechselten sich Kämpfe ab. Es kämpften
Fürsten gegen Kaiser, Staaten gegen andere Staaten und Glauben gegen Glauben.
In England, bzw. Großbritannien kämpften ebenfalls Länder gegeneinander,
Religionsgemeinschaften stritten sich, doch der Sinn eines jeden Kampfes floss
mit dem eines anderen ineinander, damit meine ich, dass die Ursachen dieser
Kriegshandlungen nicht eindeutig religiös oder politisch waren, sondern sie
vermischten sich. Das presbyteranische Schottland z.B. kämpfte gegen den
englischen König und seine Anhänger. England gegen Schottland (Anglikaner
gegen Presbyteraner)
Der englische Krieg wurde eigentlich nur in „einem Land" ausgetragen. Ein
König steuerte und bestimmte sozusagen. Wenn der König stirbt, übernimmt das
Volk. Beim 30jährigen Krieg kämpfte ganz Westeuropa mit.
Ende des Krieges:
Der 30jährige Krieg wurde mit dem westfälischen Frieden abgeschlossen, bei dem
religiöse, politische und territoriale Beschlüsse beschlossen wurden. Somit
wurde die Reformation durch die Gegenreformation gestoppt.
Der König wurde vom Rumpfparlament vors Gericht gebracht und später
enthauptet.
Folgen des Krieges:
Der 30jährige Krieg hinterließ in allen Ländern Armut, viele Tote und die
Gebiete waren komplett verwüstet. Einige Gebiete wurden von anderen Staaten
eingenommen.
Die Versuche den Absolutismus durchzuführen war somit gescheitert. England
wurde eine Republik.
Das Parlament wurde aufgelöst und es regierte der Diktator Cromwell. Er war
Puritaner und wollte England zum Mustervolk erziehen.
Die Konflikte in England, obwohl sie teilweise Glaubenskonflikte waren, sind
für mich nicht die englische Variante der Glaubenskriege auf dem Festland. Die
Kriege entstanden durch unterschiedliche Faktoren, sie liefen anders ab und auch
die Folgen sind nicht von gleichem Ausmaß.
|