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 Kapitalismus

I.)

  • Kapitalismus dehnte sich aus
  • Handel profitierte vom Zuwachs des Kapitalismus
  • Finanzwesen wuchs => Kreditunternehmen "FUGGER"
  • Kapitalismus wurde durch das Zeitalter der Entdeckungen (=> neue Absatzmärkte) vorangetrieben.
  • Geographisch von Italien nach Nord-West-Europa, dann in die Niederlande.
  • => auch Ober-Deutschland erlebte eine Blütezeit

II.)

  • Kapitalgesellschaften traten in den Vordergrund => bevorzugte Unternehmensform
  • große Überseegesellschaften in England und den Niederlanden bauten den Ostindienhandel auf
  • wichtiger Schritt: Gründung der Börse in Antwerpen

III.)

  • Vertiefung der Bindung Staat ó Kap. Da Finanzbedarf des Staates durch Kredite gedeckt werden musste => gutes Geschäft da große Gewinne !

IV.)

  • Wirtschaftstechnik bekam im 16. Jhrd. neue Impulse
  • Calvin trieb den Kapitalismus durch seine Prädestinationslehre sowie durch "innerweltliche Askese" voran

 

Blüten und Pleiten des Kapitalismus:

Zusammenfassung:
In dem Zeitraum von 1600-1800 fingen die Menschen mit aktiver und passiver Kapitalbeteiligung an. Aktive Kapitalbeteiligung bedeutet: Derjenige, der sein Geld in ein Unternehmen investiert, wird dadurch Teilhaber an dem gesamten Unternehmen (sprich: Mitbesitzer von Sachwerten), und erhält als Urkunde eine "Aktie " . Passive Kapitalbeteiligung bedeutet: Derjenige, der sich ein festverzinsliches Wertpapier kauft, wird Gläubiger und Inhaber von Forderungen, ihm wird Kapital und Zins garantiert. Ohne diese beiden Formen von Kapitalbeteiligung hätte sich die industrielle Revolution (sprich: Der Industrieaufbau und die dazu notwendige Infrastruktur nicht entwickeln können.

Die ersten Aktien und Anleihen:
Die erste private Kapitalgesellschaft wurde durch die " Amsterdamer Pfeffersäcke " gegründet. So wurden die holländischen Gewürzhändler genannt, die Ende des 16. Jh. damit begannen, ihre Schiffe nach Indonesien zu schicken, eben dorthin wo der Pfeffer wächst. Bald darauf schlossen sich zahlreiche Firmen dem lukrativem Gewürzhandel an und bildeten 1602 die "Vereinigte Ostindische Kompanie". Das völlig neue an dieser Vereinigung war, dass man das Betriebskapital nicht nur durch Zusammenschluss großer Firmen aufbrachte, sondern anfing, viele kostengünstige Aktien auszugeben, durch die sich auch einzelne Menschen, die nicht über die Finanzkraft einer ganzen Gesellschaft verfügten am Unternehmen beteiligen konnten. So hatte jeder kleine Kaschke, der nur ein Teil seines Geldes in Aktien investierte die Chance, großen Gewinn zu machen, hatte aber auch das Risiko, Verlust zu machen. Die Gesellschaften gaben durch die Aktien nur ein Versprechen auf Gewinnbeteiligung, sie waren jedoch nicht verpflichtet, das Geld der Aktionäre auf jeden Fall zurückzuzahlen.
Die Aktien wurden an der Amsterdamer Börse, später auch an anderen Börsen gehandelt. Auch die Niederländische Regierung beteiligte sich an den Aktien, sie waren aber genauso wenig an Verwaltung und Geschäftsführung der Gesellschaften beteiligt, wie jeder einzelne Bürger. In Spanien und Portugal staunte man nicht schlecht, wie diese Wirtschaftliche Privatinitiative florierte. Man hatte eine solch kapitalistische Anarchie nicht für lebensfähig gehalten. Bald darauf fing die Ostindische Handelskompanie an, selber Gewürzplantagen in Ostindien zu errichten. Um das nötige Kapital dafür zu bekommen dachte man sich wiederum einen neuen Weg aus. Man fing an, an der Börse eine Anleihe für die benötigte Summe aufzulegen, die in viele kleine Teile gestückelt war, so dass sich tausende von Sparern ein Stückchen Anleihe kaufen konnten. Sie erhielten dafür, dass sie dem Unternehmen ihr Geld liehen, regelmäßig Zinsen. Dieses System von Geldbeschaffung ist ungefähr dem System der Banken gleichzusetzen. Diese Verknüpfung von Produktion, Handel und Bank leitete die Entwicklung des Großkapitalismus ein. Dieser Großkapitalismus hatte jedoch auch seine heftigen Kinderkrankheiten. Frankreich wurde am schlimmsten davon getroffen.

Das perfekte Kreditsystem:
Als König Ludwig XIV. 1715 starb, hinterließ er einen riesigen Schuldenberg von dreieinhalb Milliarden Livre. Deshalb holte er sich den Schotten John Law, der behauptete, alle Schulden über Nacht beseitigen zu können. Dieser gründete eine Bank und gab Banknoten aus, welche die neue Währung im Land darstellten. Law hatte sich vorgenommen, die französischen Besitzungen in Nordamerika wieder zur Blüte zu bringen. Er gründete eine Aktiengesellschaft, mit deren Hilfe er am Mississippi die Stadt "La Novelle Orleans" (das heutige New Orleans) errichtete und schuf dort ein großes Siedlungswerk. Dann fing er an, durch seine Mississippi-Gesellschaft Land, Kredite und laufende Unterstützungen an unternehmungslustige Franzosen zu verteilen, die dort anfingen, Kaffee, Zucker und Tabak anzubauen. Das Geschäft florierte, die Nachfrage nach Mississippi-Aktien wuchs. Law musste weitere Aktien zu höheren Preisen (Kurswert: 110% des Nennwerts) ausgeben. Daraufhin gab Law der franz. Regierung einen Kredit von eineinhalb Milliarden Livres, jedoch in Papiergeld. Damit konnte die Regierung fast die Hälfte ihrer Schulden auf einen Schlag bezahlen. Natürlich profitierten davon auch die franz. Bürger, ihre Kaufkraft stieg und Law ermutigte sie auch noch, in seine Aktien zu investieren, was ein folgenschwerer Fehler sein sollte. Zehntausende von Franzosen wollten nun Mississippi-Aktien kaufen, vielmehr, als zur Verfügung standen. Dadurch stieg der Kurswert bis zum Januar 1720 um 3600% des Nennwerts auf 18000 Livres an.
Die nervös gewordenen Spekulanten wollten ihre Aktien natürlich nun unbedingt verkaufen, aber bei diesen schwindeligen Preisen wollte und konnte sie niemand mehr kaufen. Die Kurse brachen zusammen, jeder wollte seine Mississippi-Aktien loswerden, keiner wollte sie haben, die Leute stürmten die Law-Bank, um ihr Papiergeld in Münzen einzutauschen. Dadurch brach die Bank zusammen und bald darauf auch die Mississippi-Gesellschaft und die ganze franz. Wirtschaft.

In Deutschland blieb die Wirtschaftsform der Aktiengesellschaften noch fast über hundert Jahre unbekannt. Stattdessen brachte man gegen Ende des 18. Jh. den Bodenkredit zu einer Perfektion.
Durch den Krieg mit Österreich um Schlesien war Schlesien bei Kriegsende ziemlich arg mitgenommen. Viele Höfe waren zerstört worden und die Gutsbesitzer hatten kein Geld für den Wiederaufbau. Sie bekamen noch nicht einmal einen Kredit dafür. Deshalb musste der deutsche Kaiser Friedrich der II., der Schlesien erobert hatte, für die Wiederherstellung des landschaftlichen Gebiets sorgen. Er befahl den Zusammenschluss der schlesischen Gutsbesitzer zu einer Vereinigung, die sich die "Schlesische Landschaft" nannte und die sich, falls sie Geld benötigten an die Landschaftsdirektion wenden sollten. Dort erhielten sie Pfandbriefe bis zum halben Wert ihrer Grundstücke. Diese Pfandbriefe musste Friedrich nun natürlich erst einmal für die Summe, auf die ausgestellt verkaufen, damit sie überhaupt gedeckt waren. Dies ging ziemlich schnell, da eine ganze Gruppe von Gutsbesitzern mit ihren Ländereien für diese Papiere hafteten, was die Wertpapiere für den Käufer sicher machten. Dadurch war der erste in Deutschland organisierte Bodenkredit entstanden.
Die Pfandbriefe waren so billig, dass sie sich auch weniger vermögende Bürger leisten konnten. Jene wurden in Deutschland wie bares Geld behandelt, man konnte mit ihnen unmittelbar bezahlen. 1805 waren bereits 54 Millionen Taler für Pfandbriefe ausgegeben worden, dies war für preußische Verhältnisse sehr viel. Bald darauf wurden auch in Preußen Landschaften nach dem schlesischem Vorbild gegründet. Bereits 30 Jahre später verfügte Preußen über weltgrößte Kreditsystem. Dies war eine wichtige Voraussetzung für den Städtebau des 19. Jh., der mit Beginn der Industrialisierungszeit immer notwendiger wurde. Jedoch reichte diese Entwicklung noch nicht für den städtischen Wohnungsbau aus. Die meisten Menschen waren nicht bereit, Pfandbriefe zu kaufen, die das erbauen von Wohnsiedlungen unterstützen sollten, ihnen waren die "Landschaftsinvestitionen" sicherer. Erst durch das Vorbild der Franzosen, die im Jahre 1852 damit anfingen, ihre Pfandbriefe nicht mehr konkret zu decken, d.h. sie gaben nicht konkret an, in was sie das Geld investieren würden, sie garantierten nur, das geliehene Geld mit Zinsen zurückzuzahlen).
Dem Geldgeber hatte es also immer weniger zu interessieren, wofür er sein Geld anlegte und was damit geschah, für ihn war immer nur wichtig, möglichst viel Zinsen dabei herauszuschlagen. Damit trotzdem alles schön und geregelt weiterlief, schalteten sich jetzt neu gegründete Institute, die zwischen Geldgeber und Gesellschaften vermittelten, die " Banken " ein. Diese liehen sich das Geld jetzt selber, zahlten dafür regelmäßig Zinsen und versorgten gleichzeitig die Gesellschaft mit Krediten. Dadurch konnte auch der städtische Wohnungsbau finanziert werden.

 

 

 

Autor: Jens Kafitz  |  Quelle: www.geschi.de

 




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