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 Judentum im Mittelalter
  • Juden leben meist in den Städten
  • Besitzbeschränkungen

 Das Schicksal der Juden im Mittelalter

Das Schicksal der Juden im Mittelalter Ab dem Zeitpunkt, ab dem die Juden aus Palästina vertrieben und über alle Mittelmeerländer zerstreut worden waren, begann eine fast zwei Jahrtausende anhaltende Leidensgeschichte des jüdischen Volkes. Abgesehen von einigen Herrschern (Caracalla, Elagabal) waren die meisten den Juden gegenüber feindlich eingestellt. Während der Völkerwanderung blieb nur Italien und andere Germanenreiche für die Juden eine Insel der Ruhe. Unter dem oströmischen Kaiser Justinian nahm die Judenverfolgung im 6. Jahrhundert deutlich zu, da der Katholizismus die führende Religion im Europa wurde. Auf der iberischen Halbinsel konnten sich die Juden jedoch entfalten. Auch Karl der Große und seine Nachfolger setzten sich sehr stark für die Juden ein. So lebten die Juden bis zu den ersten Kreuzzügen in Deutschland, Frankreich und Spanien unangefochten und durften sogar hohe Staatsämter bekleiden. Ab 1100 änderte sich die Situation. Die Juden waren die ersten Opfer der Kreuzfahrer. Unter Papst Innozenz III. verschärfte sich die Lage nochmals: Juden wurden isoliert, durften keine christlichen Berufe ausüben, und mussten sich mit auffälliger Kleidung von anderen unterscheiden. Schließlich war es ihnen nur mehr erlaubt, die Tätigkeit des Zinsnehmens auszuüben, was sie wiederum unbeliebt bei der Bevölkerung machte. Der Hass auf die Juden war so stark, dass man sogar die Pest, die rund um 1350 in Europa grassierte, auf die Juden schob. So wurden die Juden teils aus wirtschaftlichen Gründen (Konkurrenz wegen ihres Vermögens), teils aus religiösen Gründen des Landes vertrieben und viele flüchteten deshalb nach Osteuropa und Nordafrika. Selbst die Reformation brachte keinerlei Besserung für das Judentum. Während der Gegenreformation mussten die Juden – getrennt von den Christen – in Ghettos leben, die sie nur zu bestimmten Zeiten verlassen durften. Die Emanzipation der Juden begann meist im 18. Jahrhundert (in manchen Staaten schon im 17. Jh.), in Russland endete die Judenverfolgung erst im 20. Jahrhundert.

 

Frei übersetzt aus dem englischen Artikel "THE JEWISH FATE IN MIDDLE AGE", D. Moore 1989. Gefunden in den Internet-Archiven des "Jewish Com. Network" (www.jew.com)

 

 

 

Autor: Jens Kafitz  |  Quelle: www.geschi.de

 




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