| Die
Geschehnisse im Herbst 1989 |
Vor zehn Jahren ging
das ostdeutsche Volk gegen die Honecker – Regierung auf die Straße. In 34
dramatischen Tagen stürzten die friedlichen Demonstranten das Mauer – Regime
und leiteten das Ende der DDR ein. Viele Bilder gingen in den Tagen des Herbstes
1989
über die Ereignisse in der damaligen DDR um die Welt. Sie erzählen Geschichte.
Zuerst ein kurzer Bericht über die
Tage vor der Stürzung der Mauer:
Sonnabend, 07.10.1989:
40. Geburtstag der DDR - keiner feiert - DDR – Bürger stemmen sich gegen
Regime;
seit August flüchten sie über Ungarn, Prag und Warschau nach Westen - Hans –
Dietrich Genscher genehmigt Ausreise;
Im Land regt sich Widerstand - Jeden Montag in Leipzig Demonstrationen für
Demokratie gegen SED;
Grenzen nach Westberlin bleiben geschlossen;
17.30 Uhr: ein Demonstrationszug vom Alexanderplatz zum Palast – an Seebrücke
gestoppt – Umkehr zum Prenzlauer Berg – endet an Mahnwache für politische
Gefangene der DDR;
Demonstranten werden festgenommen, mißhandelt und in Sammelgefängnisse
gesteckt;
Leipzig, Dresden, Magdeburg und anderen Städten ebenfalls Demonstrationen;
Sonntag, 08.10.1989:
Grenze bleibt weiterhin geschlossen - Regierung in höchster Alarmbereitschaft;
Stasi – Mitarbeiter sollen stets ihre Waffen mit sich führen;
Bürgermeister von Dresden empfängt ,,Gruppe der 20" (spontan gebildetes
Bürgerkomitee);
3000 Besucher eines Gottesdienstes werden brutal von der Polizei attackiert;
Montag, 09.10.1989:
Schießbefehl an Betriebskampfgruppen - 8000 Einsatzkräfte auf Leipziger
Straßen gegen erwartete Demonstration;
70.000 köpfiger Protestmarsch durch Leipziger Innenstadt ;
Einsatzkräfte sollen vom Angriff zur Eigensicherung übergehen (auch in Berlin)
– aber Festnahmen in Halle;
Mittwoch, 11.10.1989:
Anti – Honecker – Mehrheit in SED- Führung gebildet – planen Sturz des
wirklichkeitsblinden Generalsekretärs;
Donnerstag, 12.10.1989:
Ausreise der Bürger nur noch mit staatlicher Erlaubnis, außer Rentner und
Invaliden;
Freitag, 13.10.1989:
Festgenommene bis auf wenige Ausnahmen wieder frei;
Protokolle der Opfer der Prügeleien werden in Kirchen verlesen, landesweite
Mahnwachen;
Sonnabend, 14.10.1989:
50.000. DDR – Flüchtling zur
Bundesrepublik;
Gründungsaufruf eines Neuen Forums von mehr als 25.000 Menschen unterschrieben;
Sonntag, 15.10.1989:
Weiterführung der Mahnwachen;
Unabhängige Untersuchungskommission wegen 7./8.10. angefordert;
20.000 demonstrieren in Halle;
Montag, 16.10.1989:
Organisation von 68
Hundertschaften der NVA für möglichen Einsatz in Berlin und Leipzig;
17 Uhr ist Leipzig`s Innenstadt voll (150.000 Einwohner) zur
Montagsdemonstration, die nicht verhindert werden kann;
Zehntausende gehen landesweit auf die Straße, was Entsetzen in den SED- Büros
hervorruft;
Dienstag, 17.10.1989:
Entbindung Honeckers von seiner
Funktion als Generalsekretär und Wahl von Egon Krenz als Nachfolger;
Mittwoch, 18.10.1989:
14 Uhr erklärt Honecker ,,aus
gesundheitlichen Gründen" seinen Rücktritt;
Egon Krenz als Nachfolger bestätigt;
Krenz erklärt in einer TV – Sendung, daß Die Wende nun eingeleitet ist, er
bedauert die anhaltende Fluchtwelle;
Freitag, 20.10.1989:
Angebot der Rückkehr an
Geflüchtete;
50.000 ziehen am Abend durch die Dresdner Innenstadt und fordern freie Wahlen;
Sonnabend, 21.10.1989:
Liberaldemokratische Partei
unterstützt das Neue Forum;
35.000 Menschen demonstrieren in Plauen (Sachsen) erstmals für deutsche
Wiedervereinigung;
Montag, 23.10.1989:
Montagsdemonstrationen: 300.000
in Leipzig; 50.000 in Schwerin; Zehntausende in anderen Städten;
Parolen direkt gegen Regime; Demonstranten fordern Reisefreiheit, freie Wahlen
und Ende der SED – Herrschaft, Verlangen nach mehreren Kandidaten für das Amt
des Staatsoberhaupts;
Dienstag, 24.10.1989:
Krenz wird
Staatsratsvorsitzender und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates;
Volk will Egon Krenz nicht, sie demonstrieren vor Residenz des
Staatsratsvorsitzenden;
Donnerstag, 26.10.1989:
SED – Funktionär spricht
erstmals offiziell mit Vertretern der Opposition;
100.000 Bürger in Dresden zu Kundgebung über ,,revolutionären Wandel";
Freitag, 27.10.1989:
Begnadigung für alle
,,Republikflüchtlinge";
Dienstag, 31.10.1989:
Margot Honecker (verhaßteste Person des Regimes) reicht ihren Rücktritt ein;
Feststellung: Staat so gut wie bankrott; Devisen für geplante Liberalisierung
der Reiseregelung fehlen;
Tausch mit Bonn: allmähliche Lockerung des Grenzregimes gegen neue Kredite;
Mittwoch, 01.11.1989:
DDR – Bürger dürfen wieder visafrei in die CSSR reisen – Flucht geht
wieder los;
Krenz ist ratlos, weil keine politische Hilfe von Moskau;
Freitag, 03.11.1989:
SED – Spitze hat Angst vor Großdemonstration auf dem Alexanderplatz am
nächsten Tag, man könnte die Mauer stürmen;
Krenz kündigt Reformen und den Rücktritt führender SED – Politiker an;
Flüchtlinge können ohne Formalitäten in Bundesrepublik ausreisen (über die
CSSR);
Sonnabend, 04.11.1989:
Sicherheitskräfte um Brandenburger Tor formiert, weitere in Seitenstraßen;
1 Million zu größter Demonstration, sie fordern: Rücktritt der Regierung,
freie Wahlen, Presse-, Meinungs- und Reisefreiheit;
CSSR öffnet Grenze zur Bundesrepublik, Ausreise mit Personalausweis;
Montag, 06.11.1989:
25.000 Bürger am Wochenende zur Bundesrepublik;
Volk ist für Mauerabriß, nach Reisegesetzentwurf mit vielen Einschränkungen;
Wirtschaftsmisere in Bonn enttarnt durch erneute Anfrage für Kredite;
Dienstag, 07.11.1989:
Untersuchungskommission zur Aufklärung der Übergriffe am 7./8.10. in Berlin
zusammengetroffen;
Mittwoch, 08.11.1989:
SED – Politbüro tritt geschlossen zurück, Krenz wird wieder
Generalsekretär;
Neue Politbüromitglieder, u.a. Hans Modrow, Neues Forum als politische
Gruppierung anerkannt;
CSSR will, daß DDR – Bürger direkt und nicht über CSSR in Bundesrepublik
einwandern;
Donnerstag, 09.11.1989:
18.53 Uhr Verkündung von
Schabowski, daß jeder ab sofort in den Westen reisen darf;
20.30 Uhr Versammlung an den Grenzübergängen von beiden Seiten, 23.30 Uhr
,,Flutung" Westberlins;
00.02 Uhr sind alle Grenzübergänge offen; alle fallen sich in die Arme -
größte Spontanparty aller Zeiten;
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