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 25 Jahre Weißenstädter See 

Auch Gewässer haben eine Geschichte - 25 Jahre Weißenstädter See

Der Weißenstädter See ist ein 48 ha großer Freizeitsee westlich von Weißenstadt in Nordbayern, in der Einsattelung zwischen Schneeberg und Waldstein und befindet sich im Besitz der Stadt Weißenstadt. Er liegt im Niederschlags-Einzugsgebiet von Eger und Hirtenbach; Nennstauhöhe 613 m ü.NN; größte Stautiefe 5 m. Zur Realisierung des Projektes wurde ein Erddamm mit Lehmkern von ca. 6 m Höhe und 5,5 m Kronenbreite in einer Länge von 1,5 km geschüttet. Nur im Bereich des Abflusses wurde Beton eingebaut. Der Normalabfluss erfolgt durch einen regulierbaren Weihermönch, der Hochwasserabfluss durch regulierbare Schütze. Der Weißenstädter See als Erholungssee bietet ein breit gefächertes Freizeitangebot: Baden, Segeln, Surfen, Bootfahren und Angeln. Ein 4 km langer Rundweg führt um den See und lädt zu einem bequemen Spaziergang ein. Parkplätze befinden sich im Süden und Norden des See`s. Im nördlichen Bereich wurde ein Vogelschutzgebiet angelegt. Bis 1820 hat es an dieser Stelle bereits einen künstlich angelegten Stausee gegeben, dessen Entstehung auf das Jahr 1350 datiert wird.1476 wird er urkundlich im Stadtfreiheitsbrief von Weißenstadt genannt. 1499 im Landbuch der Sechsämter als "Großer Weiher" mit 150 Tagwerk beschrieben. Er gehörte dem Landesherren und diente als "Hauptweiher" der Fischzucht. Das Abfischen erfolgte alle zwei Jahre Ende Oktober, wobei das Leerlaufen zwei Wochen dauerte. Ein reitender Bote hatte die an der Eger liegenden Orte über den zu erwartenden Wasserschwall zu unterrichten. Die beiden Tage des Abfischens wurden durch ein Festessen verschönert, zumal der Hoffischmeister aus Bayreuth zugegen war im Gefolge höherer Beamter. Die Ernte des Fischens, hauptsächlich Karpfen, wurde in Holzfässern nach Bayreuth geschafft, 24 bis 25 Fuhrwerke waren dafür notwendig. Die Bauernschaft der Umgebung wurde zur "Rossfrohn" herangezogen, die Fuhrwerke waren drei Tage unterwegs. Am 1.1.1792 verkaufte der Markgraf Carl Alexander die Markgrafschaft Bayreuth und damit auch den Weißenstädter Weiher an seine preußischen Vettern. Die mittlerweile mit Verlust arbeitende Landfischerei wurde aufgelöst, der Weiher an Privatpersonen verpachtet. Am 26.9.1816 ordnete der bayerische Staat, zwischenzeitlich Besitzer geworden, den öffentlichen Verkauf an den Meistbietenden an, erworben wurde er von dem Nürnberger Nathan Salmstein, der das Gewässer trockenlegen ließ und das so gewonnene Land in einzelnen Flurstücken an die Bevölkerung verkaufte. Über 150 Jahre blieb die große Brachfläche ungenutzt liegen, sie konnte wegen der Staunässe nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Nach mehrjährigen Vorbereitungen erwarb die Stadt Weißenstadt die Flurstücke des ehemaligen Weihergebietes, um den Erholungssee anzulegen und um ihm am 26. Juni 1976 einzuweihen. 

 

 

Autor: Dieter Herrmann  |  Quelle: www.geschi.de

 




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