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Sein
richtiger Name war Gajus Julius Cäsar. Er war ein römischer Feldherr und
Staatsmann, aus dem Geschlecht der Julier (Gens Iulia). Cäsar wurde am
13.07.100 v. Chr. in Rom geboren und am 15.03.44 v. Chr. in Rom im
Pompeiustheater ermordet. Er war der Sohn des Gajus Julius Cäsar, der einen
neuen Aufschwung seines Hause einleitete, und der Aurelia (gest. 54 v. Chr.) aus
dem bedeutenden plebejischen Geschlecht der Aurelier. Sein Vater starb 84 v.
Chr. als Proprätor. Cäsar’s Vaterschwester Iulia war mit Marius vermählt.
Cäsar selbst heiratete 84 v. Chr. Cornelia (gest. 69 v. Chr.), die Tochter des
Mariusanhängers L. Cornelius Cinna. In zweiter Ehe war er mit Pompeia
verheiratet, von der er sich 62 v. Chr. trennte. 59 v. Chr. heiratete er
Calpurnia. Nach dem Sieg des Sulla im Bürgerkrieg über Marius verweigerte
Cäsar die von jenem verlangte Scheidung von Cornelia. Er geriet in die Gefahr
umgebracht zu werden, wurde aber schließlich von Sulla begnadigt. In dem
Jahrzehnt nach 80 v. Chr. hielt sich Cäsar zumeist im Osten auf, wo er seine
rednerische Ausbildung vollendete und u. a. auf Rhodos studierte. Im Osten
zeichnete er sich im Krieg gegen Mithridates VI. von Pontos und gegen die
Seeräuber aus.
Sein politischer Aufstieg vollzog sich in steter Auseinandersetzung mit der von
Sulla restaurierten Senatsoligarchie. 68 v. Chr. war Cäsar Quästor
(Leichenrede für seine Tante Iulia), 65 v. Chr. Ädil (glanzvolle Spiele,
Wiederaufstellung der Siegesdenkmäler des Marius). 63 v. Chr. wurde er vom Volk
zum Pontifex Maximus gewählt und trat im Dezember im Senat gegen die von Cicero
für die Anhänger Catilinas geforderte Todesstrafe auf. 62 v. Chr. war Cäsar
Prätor und ging 61 v. Chr. als Proprätor nach Spanien (erfolgreiche Kämpfe
gegen die Lusitaner, Verwaltungsreformen).
Nach seiner Rückkehr nach Rom verzichtete er auf einen Triumph und bewarb sich
für 59 v. Chr. um das Konsulat, das er zusammen mit Bibulus, seinem Kollegen in
Ädilität und Prätur, erhielt. Ende 60 oder 59 v. Chr. söhnte er M. Licinius
Crassus mit Cn. Pompeius aus und schloss mit beiden ein politisches Bündnis,
das "1. Triumvirat", das durch die Hochzeit seiner Tochter Iulia mit
Pompeius bekräftigt wurde. Dadurch gelang es ihm, seinen Mitkonsul Bibulus und
den Senat auszuschalten, wobei er auch von der Anwendung vor Gewalt nicht
zurückschreckte. Er ließ die Verfügungen des Pompeius im Osten bestätigen
und durch zwei umfangreiche Ackergesetze u. a. auch dessen Veteranen im Land
versorgen. Den Rittern wurde ein Drittel der Zollpacht für die Provinz Asia
erlassen. Für sich selbst erhielt Cäsar zunächst auf fünf, dann (56 v. Chr.)
auf weitere fünf Jahre die Statthalterschaft in Oberitalien und Dalmatien (Gallia
Cisalpina und Illyricum), dazu Südfrankreich (Gallia Narbonesis).
Dieser Auftrag bildete die Voraussetzung für die Unterwerfung des freien
Gallien zwischen Rhein und Pyrenäen in den Jahren 58-51 v. Chr. Nach dem Sieg
über die Helvetier und die Sueben unter Ariovist 58 v. Chr. sowie über die
Belgen 57 v. Chr. schien Cäsar dieses Ziel fast erreicht zu haben. Die darauf
folgenden Jahre dienten vor allem der Sicherung der Eroberungen unter anderem
durch zwei Vorstöße über den Rhein (55 und 53 v. Chr.) und zwei Überfahrten
nach Britannien (55 und 54 v. Chr.). Als die Gallier sich noch einmal unter
Führung von Vercingetorix erhoben (52 v. Chr.), gelang es Cäsar, unter
schweren Kämpfen den Aufstand niederzuwerfen und Gallien endgültig zu
befrieden.
Damit war eines der reichsten Gebiete der westlichen Mittelmeerwelt gewonnen und
der Rhein zur Grenze gegenüber Germanien geworden.
Cäsar war durch seine Siege und seine reiche Beute sowie durch das auf zehn
Legionen angewachsene, kampferprobte Heer zum mächtigsten Mann in Römischen
Reich geworden. Nachdem er 56 v. Chr. in Lucca das Triumvirat noch einmal
erneuern konnte, stand er nach dem Tod des Crassus (53 v. Chr.) Pompeius allein
gegenüber. Da auch Cäsar’s Tochter Iulia schon 54 gestorben war, näherte
sich Pompeius wieder dem Senat um sich gegen Cäsar behaupten zu können. Nach
langen Verhandlungen beschloss der Senat im Januar 49 v. Chr., dass Cäsar noch
vor seiner erneuten Wahl zum Konsul für 48 v. Chr. sein Heer und seine
Provinzen abzugeben habe, und übertrug Pompeius diktatorische Vollmachten.
Cäsar hätte sich danach wehrlos seinen Gegnern stellen müssen, die ihn wegen
seiner Amtsführung im ersten Konsulat vor Gericht bringen wollten. Um dem zu
entgehen, eröffnete Cäsar am 19. Januar 49 v. Chr. mit dem Übergang über den
Rubikon und dem Einfall in Italien den Bürgerkrieg. Pompeius konnte sich hier
nicht behaupten und sammelte seine Truppen in Griechenland, wohin ihm Cäsar
nach der Unterwerfung Spaniens folgte. Nach einem längeren Stellungskrieg in
Dyrrhachium (heute Durrës) zog sich Pompeius nach Thessalien zurück, wo ihn
Cäsar bei Pharsalos besiegte (09. August 48 v. Chr.). Auf der Flucht nach
Ägypten wurde Pompeius noch vor Ankunft Cäsar’s ermordet. Cäsar griff dann
in Alexandria in den ägyptischen Thronstreit zugunsten der Königin Kleopatra,
mit der er den Sohn Kaisarion hatte, ein. Mit seinem Sieg bei Zela im
nördlichen Kleinasien über König Pharnakes von Pontos im Frühjahr 47 v. Chr.
festigte Cäsar seine Macht im Osten. Im Frühjahr 46 v. Chr. besiegte er die
Anhänger des Pompeius bei Thapsus in Nordafrika, 45 v. Chr. dessen Söhne bei
Munda in Spanien. Bereits während dieser Kämpfe begann Cäsar aufgrund der ihm
verliehenen diktatorischen Vollmachten mit einer weitgespannten
gesetzgeberischen Tätigkeit (u. a. Neuordnung der Provinzialverwaltung,
Linderung der Schuldenlast, strafrechtliche Reformen). Wichtig für die
Folgezeit war die Einführung des Julianischen Kalenders sowie die
Kolonisations- und Bürgerrechtspolitik Cäsar’s, die - von Augustus
weitergeführt - die Grundlage für die Romanisierung Westeuropas bilden sollte.
Die Veteranen wurden in Italien und den Provinzen angesiedelt, in denen auch
8000 stadtrömische Proletarier mit Land versorgt wurden. Ganz Oberitalien (die
Transpadana) erhielt das römische Bürgerrecht ebenso zahlreiche
Provinzstädte. Der Senat trat bei allen diesen Maßnahmen völlig in den
Hintergrund. Es gelang Cäsar jedoch nicht, die einst führenden Kreise für
sich und seine Politik zu gewinnen. Die immer neuen für ihn beschlossenen
Ehrungen widersprachen republikanischem Herkommen. Im Februar 44 v. Chr. wurden
ihm schließlich die Diktatur auf Lebenszeit sowie Goldkranz und Triumphalornat,
die alten römischen Königsinsignien, verliehen. Das ihm von Antonius
angebotene Diadem und den Königstitel lehnte Cäsar ab. Cäsar’s wahre
Absichten blieben aber unklar. So bildete sich in den Kreisen des Adels eine
Verschwörung von etwa 60 Männern unter Führung von M. Iunius Brutus und C.
Cassius. Von ihnen wurde Cäsar noch vor dem Aufbruch zu einem Krieg gegen die
Parther, der unter anderem seine Stellung in Rom durch neuen Ruhm festigen
sollte, an den Iden des März 44 v. Chr. im Saal des Pompeiustheaters ermordet.
Cäsar hinterließ keine ehelichen Kinder. Er hatte jedoch seinen Großneffen
Gaius Octavius, alias Augustus, testamentarisch adoptiert und zum Erben
eingesetzt.
Auch als Schriftsteller hat Cäsar Weltruhm erlangt. Überliefert sind die wegen
der schlichten "elegantia" ihres Stils bewunderten Denkschriften (commentaii)
über den Gallischen Krieg ("De bello Gallico", 7 Bücher, das 8. Buch
stammt von A. Hirtius) und über den Bürgerkrieg gegen Pompeius (unvollendet, 3
Bücher an die Schriften anderer Verfasser über die Kriege in Alexandria,
Afrika und Spanien anschließen). Nur in Fragmenten fassbar sind die beiden
Bücher "De analogia" (grammatische Fragen) und die beiden Bücher
"Anticato" (Biographien von Sueton und Plutarch).
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