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 Bormann (Junior), Martin

Martin Bormann wurde 1930 in Grünwald geboren. Sein Taufpate war Adolf Hitler. Er ist das älteste Kind von seinem gleichnamigen Vater, der der Sekretär Hitlers war. Bormann hat noch 9 weitere Geschwister, von denen eines gestorben ist (Fehlgeburt).
Martin Bormann bekam eine streng nationalsozialistische und antikirchliche Erziehung. Er nahm nicht am Religionsunterricht teil und betrat den Klassenraum erst nach dem Morgengebet und verließ ihn auch verfrüht, um den Abschluss des Tages nicht mitzubekommen. Dies geschah auf Befehl des Vaters. 
Mit seiner Familie lebte er einige Zeit auf dem Obersalzberg in der Umgebung des "Führers". Er war eine lange Zeit in der Reichsschule der NSDAP in Feldafing am Starnberger See.
Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches (Anfang Mai 1945) verlor er den Kontakt zu seiner Familie. Er fand unter falschem Namen bei einer Bergbauernfamilie im Salzburger Land Unterkunft, die strenge Christen waren. Dort fand er 1946/47 zum katholischen Glauben, nachdem seine Sennerin ihm ein Heftchen "Gerettet - verloren" (Pfarrer Franz Singer) mitgebracht hatte, und trat später in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare ein. Nachdem er ein Theologiestudium absolviert hatte, bekam er seine Priesterweihe (1958) und arbeitete in der Kongo-Mission, wo er zeitweise als Geisel bei den Simba-Rebellen festgehalten wurde. 1971 ließ er sich nach einem schweren Autounfall, der seine Arbeit in Afrika unmöglich machte, durch päpstliche Dispens von den Ordensgelübden befreien. Er heiratete und arbeitete bis zu seiner Pensionierung (1992) als Religionslehrer in Hagen (Nordrhein-Westfalen).
Seit 1987 ist Bormann Junior Mitglied in der Gruppe "Täterkinder - Opferkinder" von Prof. Dan Bar-On (Ben-Gurion-Universität in Israel).
1996 hat Martin Bormann, 50 Jahre nach der Urteilsverkündung der Nürnberger Prozesse, wo sein Vater in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde, ein Buch mit dem Titel "Leben gegen Schatten" heraus gebracht, in dem er seine Lebensgeschichte skizziert.
Seit einigen Jahren reist er durch Deutschland und folgt Einladungen zu Vorträgen. Er versucht vor allem jungen Leuten klar zu machen, was Nationalsozialismus bedeutet.

 

 

 

Autor: Friedemann Lindenthal  |  Quelle: www.geschi.de

 




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